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ſelten kommt es vor, daß ſie dann ihrem Unmut in manchmal recht draſtiſcher Weiſe Luft machen. Dielfach entlädt ſich das Ungewitter über die ganze von ihnen früher beſuchte An⸗ ſtalt, in der man ihnen„ſo viele herrlichkeiten der Natur ſchnöde vorenthalten hat“, häufiger noch über die einzelnen Lehrer, die es„nicht verſtanden haben, Intereſſe und Begeiſterung für die mannigfaltigen Erſcheinungen der Natur zu erwecken“.
Einigermaßen erſtaunt iſt man jedoch, wenn man bemerkt, daß auch die Ingehörigen der jüngeren Generation— trotz der Vervollkommnung der Unterrichtsmethode, trotz der oben an⸗ geführten hilfsmittel des Unterrichts, trotz der Unterweiſung durch Sachbiologen— in großer Zahl geradezu mit verſchloſſenen Sinnen die Ratur durchwandern, daß auch ſie es noch nicht ein— mal ſoweit gebracht haben, in dem lebendigen Buche der Ra⸗ tur zu blättern, geſchweige denn darin zu leſen.
Ein Grund für dieſe beklagenswerte Erſcheinung, den man übrigens ſchon längſt erkannt hat, auf den jedoch immer und immer wieder hingewieſen werden muß, liegt ſicherlich in dem allzu frühzeitigen Abſchluß des naturgeſchichtlichen Un⸗ terrichtes an unſeren höheren Schulen. Die Schüler verlaſſen, nachdem 4 Jahre lang die Raturgeſchichte nicht mehr trak⸗ tiert worden iſt, die Anſtalt, ohne in den meiſten Sällen auch nur noch einen Schimmer von wirklich poſitiven Renntniſſen in naturgeſchichtlichen Dingen zu beſitzen.
Verfaſſer z. B. macht dieſe Erfahrung ſchon ſeit Jahren an den jungen Leuten, die ſich, mit dem Seugnis der Reife höherer Lehranſtalten verſehen, noch ein Jahr lang einer theoretiſchen und praktiſchen Vorbereitung für den Beruf als Volksſchullehrer zu unterziehen haben, und die in dem ſog.„Pädagogiſchen Kurſus“ zu Darmſtadt vereinigt ſind.
Man hat ja bekanntlich dem geſchilderten Mangel in den letzten Jahren dadurch abzuhelfen verſucht, daß man die Naturgeſchichte bis in die Primen weiterführte. Leider ſind es in Heſſen nur wenige Anſtalten, die ſich dieſer Neuordnung er⸗ freuen. Zweifellos bedeutet die genannte Einrichtung einen ganz gewaltigen Lortſchritt gegenüber dem früheren Zuſtand. hoffentlich entſprechen auch, was die 3ukunft noch lehren muß, die Erfolge in vollem Umfange den gehegten Erwartungen.


