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logischen Strukturen deshalb doch nicht angesprochen werden; die wahre Organisation des Protoplasmas würde vielmehr in seiner besonderen molekularen Konstitution zu suchen sein, welche in letzter Linie auch bei der Er- klärung der Lebenserscheinungen des Protoplasmas einzig und allein in Betracht zu ziehen wäre,
Wirft man nun die Frage auf, welche von den heutzutage bestehenden Theorien eine einigermassen befriedigende Erklärung der biologischen Grundprobleme, speziell der Be- wegungserscheinungen des Protoplasmas zu geben imstande sind, so muss von vorn herein auf die Mitwirkung der mono- morphistischen Theorien bei der Lösung dieser Fragen verzichtet werden, da es sich gezeigt hat, dass sie sich auf einseitigen und falschen Grundlagen aufbauen. Ebensowenig können die älteren Kontraktilitätstheorien in Betracht gezogen werden, da durch die Einführung des„Kon- traktilitätsbegriffes“ sozusagen eine Unbekannte durch die andere ersetzt worden ist, ohne dass man auf diese Weise der Lösung des Problems auch nur einen Schritt näher gekommen wäre.
Dagegen muss man sagen, dass diejenigen Theorien, welche tiefer in das Wesen der Kontraktion eingedrungen sind, wie die Inotagmenhypothese Engelmann’s oder die Theorie von Schenck, wohl befähigt sind, einfachere Bewegungsvorgänge dem Verständnis näher zu bringen.
Dasselbe gilt von der genial angelegten und durchgeführten Sachs’chen Imbibitionstheorie sowie von Berthold’s Hypothese,
Im allgemeinen kann man wohl sagen, dass jetzt die Forschung auf dem richtigen Wege ist, die wich- tigsten Protoplasmaprobleme einer befriedigenden Lösung entgegenzuführen. Eine vollständige Klar- heit wird aber erst dann eintreten, wenn eine allgemeine
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