Aufsatz 
Protoplasmastrukturen und Protoplasmatheorien
Entstehung
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dem hält Pfeffer die Entstehung der Protoplasmaströmung in Pflan- zenzellen durch Differenzen in der Oberflächenspannung für ausgeschlossen, daereinerasche Ausgleichungaller lokalen Differenzen in der Zusammensetzung des Zellsaftes durch eine strömende Bewegung in diesem Medium: voraus- setzt. Bertholds Erklärung der Protoplasmabewegung ist für ihn daher eine Hypothese, die ihmdurch keine Gründe: wahr- scheinlicher ist, als irgend eine andere Hypothese.

Was die Bildung der kleinen, plumpen Pseudopodien betrifft, so glaubt Pfeffer auch hierbei nicht an die Mitwirkung der Oberflächenspannung, da die für die Bewegung not- wendige Energie wegen der nennenswerten Kohäsion des Proto- plasmas durch die Oberflächenspannung nicht entwickelt: werden könne. Viel eher scheint ihm die Möglichkeit vorhanden zu sein, dass etwa durch Imbibitionin noch nicht festgestellter Weise lokale Hervortreibungen der Pseudopodien bewirkt werden.

Bei der Protoplasmabewegung der Plasmodien nimmt Pfeffer eine durch den Wechsel des flüssigen und des festen Aggregatzustandes bedingteSteigerung oder Verminderung des von der ruhenden Hülle gegen das strömende Protoplasma ausge- übten Centraldrucks an und in einementsprechenden Antagonis- mus dieses Wechsels glaubt er vielleicht die Erklärung finden zu können für das Zustandekommen der abwechselnd hin- und her- wogenden Protoplasmaströmung. Pfeffer hält es in diesem Falle keineswegs für falsch, von Kontraktion zu reden, wenn man sich nur bewusst bleibe, dass damit alleinDimensionsänderungen als eine komplexe Grösse eingeführt werden. Im allgemeinen sieht er die Protoplasmabewegung als einen Vorgang an, der in noch unerkannter Weise mit gewissen Fähigkeiten des Orga- nismus verkettet ist.

Im J. 1889 hat Quincke physikalische Erschei- nungen, wie sie an Ölseifenschäumen auftraten, auf das lebendige Protoplasma zu übertragen versucht, indem er die Hypothese aufstellte, dass der Zellsaft oder der Zellinhalt von einer dünnen, aus flüssigem Fett oder Öl bestehenden Haut umgeben sei.

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