Aufsatz 
Protoplasmastrukturen und Protoplasmatheorien
Entstehung
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gemeinsamen Berührungsebene so klein ist, dass gerade eben der Grenzfall gegeben ist, bei welchem noch keine Mischung eintritt. Infolge des stets vorhandenen diffusionellen Austausches soll ferner das Wasser um den eingelagerten Protoplasmakörper herum eine konzentrische Schichtung zeigen, wie sie eine Flüssigkeit um einen sich lösenden Körper aufweist, und mit dem Abfall seiner Zu- sammensetzung soll die physikalische Verwandtschaft des Mediums zu den Molekülen des Protoplasmas zunehmen.

Unter diesen Bedingungen glaubt Berthold das Zustande- kommen einer Kraft für gesichert halten zu dürfen, welche be- strebt sei, die Teilchen des Rhizopodenplasmas radialnach aussen zu ziehen, so etwa, wie die Molekularkräfte die Mole- küle eines sich lösenden Körpers in entsprechender Richtung fort- zögen, nur mit dem Unterschied, dass die Protoplasmateilchen, da sich das Protoplasma ja nicht löst, ihren Zusammenhang bewahrten.

Die Einziehung der Pseudopodien wird angesehen als direkte Folge einer durch Änderungen im Substrat oder im um- gebenden Medium bedingten Grössenzunahme der Ober- flächenspannung. Während sich die Pseudopodien abkugeln und in das Innere des Protoplasmakörpers zurückfliessen, soll ihr Aussehen chemisch verändert werden durch das Auftretenkörniger Ausfüllungen, derselben Gebilde, welcheBerthold auch bei den in Einziehung begriffenen Teilen des Amöbenkörpers entstehen sah.

Was die Innenbewegung des Protoplasmas in Pflanzenzellen anlangt, so macht Berthold ihre Entstehung allein von der Mitwirkung der Oberflächenspannung ab- hängig, eine Ansicht, welche übrigens E. Weber schon im J. 1855 geäussert hat.

In allen denjenigen Zellen, welche eine Safthöhle besitzen, in welchen also der Plasmaschlauch direkt an den kompliziert zu- sammengesetzten Zellsaft grenzt, sodass eine Berührungsfläche zweier Medien geschaffen ist, sind für Berthold alle Vor- aussetzungen für das Zustandekommen von Emusionsbeweg- ungen erfüllt. Eine Einwirkung auf die Grösse der Oberflächen- spannung soll erzielt werden durch fortgesetzt sich vollziehende

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