5
überein, welcher den feineren Bau des Protoplasmas an den Leber- zellen des Frosches studierte. Auch er unterscheidet in seinen Veröffentlichungen von 1875 im Innern der Zelle zwei deutlich von einander verschiedene Substanzen, eine hyaline, der Masse nach überwiegende Grundsubstanz als den eigent- lich formativen Teil und in diese eingebettet, eine spärlichere, feinkörnig-fibrilläre Substanz, welche ihm deutlich netzförmig und zusammenhängend zu sein schien.
Obwohl diese: Resultate an Osmiumsäure-Präparaten ge- wonnen worden waren, trug Kupffer dennoch kein Bedenken, die Fixierungsstrukturen als ursprünglich vorhandene Strukturen auch auf das lebendige Protoplasma zu übertragen, da das lebendige Material, wie er ausdrücklich versichert, genau dieselben Struk- turverhältnisse aufwies.
Im Gegensatz zu Mohl, der den gesamten Zellinhalt mit dem Namen Protoplasma bezeichnete, beschränkte Kupffer diese Benennung ausschliesslich auf die Netzsubstanz und führte für den hyalinen Bestandteil der Zelle die Bezeichnung Para- plasma ein.
Das Gesamtbild des„Protoplasmas“ erinnert Kupffer an ein Pseudopodiennetz oder an die netzig verbundenen cirku- lierenden Ströme des pflanzlichen Protoplasmas.
Für sehr schwierig hält es Kupffer, eine Entscheidung darüber zu treffen, in welchem Sinne sich der Aggregatzustand des Paraplasmas von dem des Protoplasmas unterscheidet. Soviel steht allerdings für ihn fest, dass das Paraplasma nicht als wäs- serige Flüssigkeit anzusprechen ist.
Dass gewisse Differenzen in der Zusammensetzung beider Zellbestandteile bestehen, geht für Kupffer daraus hervor, dass das Paraplasma von verdünnter Salzsäure unter Quellungserschei- nungen aufgelöst wurde, während das Protoplasma sich einem solchen Eingriffe gegenüber insofern resistenter erwies, als es erst nach längerer Zeit zerbröckelte.
Aus der Beobachtung, dass in frischen, in der feuchten Kammer aufbewahrten Leberzellen sich einige Körnchen von ein-
5


