Aufsatz 
Protoplasmastrukturen und Protoplasmatheorien
Entstehung
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Einleitung.

Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts machte Hugo v. Mohl bei seinen Untersuchungen über die Saftströmungen in Pflanzenzellen die Beobachtung, dass an den Bildungs- stätten neuer Zellen innerhalb der Mutterzelle an Stelle des wässerigen Zellsaftes einezähflüssige, mit feinen Körnchen ge- mengte, ungefärbte Masse auftrat, welche sich häufig in grösserer oder geringerer Menge durch den ganzen Zellenraum verbreitete,

In dieser Substanz glaubte v. Mohl, besonders wegen der Örtlichkeit ihres Auftretens, den Bildungsstoff für die junge Zelle erblicken zu müssen und schlug für sie zur Charakterisierung ihres physiologischen Wertes und zur Unterscheidung von dem gewöhnlichenZellsaft den Namen Protoplasma vor, ein Vorgehen, welches von Mohl selbst mit folgenden Worten be- gründet wird:Da diese zähe Flüssigkeit, überall wo Zellen ent- stehen sollen, den ersten, die künftigen Zellen andeutenden Bil- dungen vorausgeht, da wir ferner annehmen müssen,- dass dieselbe das Material für die Bildung des Nucleus und des Primordial- schlauchs liefert, indem diese nicht nur in der nächsten räum- lichen Verbindung mit derselben stehen, sondern auch auf Jod in analoger Weise reagieren, sodass ihre Organisation der Prozess ist, welcher die Entstehung der neuen Zelle einleitet, so mag es wohl gerechtfertigt sein, wenn ich zur Bezeichnung dieser Sub- stanz eine auf diese physiologische Funktion sich beziehende Be- nennung in dem Worte Protoplasma vorschlage.

Eine Entdeckung im eigentlichen Sinne des Wortes hat Mohl nicht gemacht, da die Substanz an sich alsZellsaft oder

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