68
Außer dieſen haben im Laufe und am Schluſſe des Halbjahrs folgende Schüler die Anſtalt verlaſſen:
aus Prima: Lüdecke(Apotheker). aus Secunda: Kerſten(Kaufmann), Faldix(Realſchule in Leipzig), Kabiſch
(Soldat), Rödiger(Gymn. in Berlin), Fiſcher(entfernt), Wernicke(entfernt von der
Penſionsanſtalt), Beuche(Soldat), Otto(Kaufmann), Rönſch(Kaufmann).
aus Tertia: Zörner(Oeconom), Kerber(Buchhändler).
aus Quarta: Becker(Oeconom), Randel(Oeconom), Schäffer(Oeconom), Konkol(Mechanicus), Adler(wegen Kränklichkeit), Schulle(Realſchule).
aus Quinta: Strauch(Brauer), Ernert(Oeconom), Klocke(Gymn. in Eisleben,) Pohle(Realſchule), Dietrich(Realſchule), Gödecke(Kaufmann).
aus Sexta: Niemeyer(Kaufmann), Baſchleben(Bürgerſchule), Alicke.
V. Chronik.
Am 10. October ward die Receptionsprüfung veranſtaltet und am folgenden Tage das neue Schuljahr durch eine Rede eröffnet, an welche ſich die Einführung des Collaborator Rietz in ſein Lehramt und die Verpflichtung der neuen Schüler anſchloß.
Am 15. October Vormittags 9 Uhr wurde der Schulactus zur Feier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Königs gehalten. Die Feſtrede, welche der Oberlehrer Prediger Plath hielt, hatte die Ziele zum Gegenſtand, welche unſer König in den erſten Jahren ſeiner Regie⸗ rung verfolgt hat. Gerade dieſe Zeit lud zu näherer Betrachtung ein, weil ſie der Anfang eines wahrhaft königlichen Wirkens war, unſern König im Einklang mit den vererbten Plänen ſeines hochſeligen Vaters ſah und dem bedauerlichen Wendepunkte in der Geſchichte des euro⸗ päiſchen Staatslebens unmittelbar vorherging. Als die hauptſächlichſten Aufgaben der Zeit nach 1815 wurden die zeitgemäße Zuſammenſchließung der europäiſchen Reiche, welche allein neue Revolutionen verhindern konnte, Deutſchlands Erneuerung in dem Verhältniß der einzelnen Staaten unter einander, Preußens Neugeſtaltung und vor allem die Wiedererweckung des Volkes zum Glauben der Väter bezeichnet, Aufgaben für die geiſtigen Freiheitskriege, welche begannen, als der Friede dem Revolutionskriege ein für uns ruhmreiches Ende ſetzte. Friedrich Wilhelm der dritte war ein Glied der heiligen Allianz, er ſah die Verhältniſſe Deutſchlands als geordnet an, inſofern die Geſandtenverſammlung in Frankfurt am Main eine einheitliche Behörde Deutſchlands ſein ſollte, und eröffnete im Zollverein neue Wege zu näherer Vereini⸗ gung, er that die erſten Schritte ſein Volk zu ſtaatlicher Mündigkeit zu erziehen, indem er die Bildung der Provinzial⸗Landtage anordnete, er brach dem alten evangeliſchen Glauben Bahn. Dieſe Arbeit hinterließ er ſeinem königlichen Sohne. Derſelbe beſtieg den Thron ſeiner Väter ſo reif, wie es ſelten einem Fürſten zu Theil geworden iſt.„Ausgeſtattet mit


