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Lutheriſchen Kirche, wie ſie in ihren öffentlichen Symboliſchen Büchern vorgetragen wird, da⸗ mit völlig übereinſtimme und ſelbige bezeuge. Dannenhero kan nicht nur allein dagegen nichts widriges von mir vorgebracht ſeyn, ſondern es wird auch dieſelbige nicht wenig durch dieſe meine Arbeit gegründet, erkläret und befeſtiget. Wie denn ein verſtändiger Leſer wohl er⸗ kennen wird, daß auch ſolche Wahrheit von den Einwürfen derer, die fie beſtreiten, nachdrück⸗ lich und auch nach meiner beſonderen Abſicht, ſo weit es nämlich die Erklärung des Textes an die Hand giebt und zuläßt, ſey gerettet worden.“ ²⁷) Dem iſt nun auch in Wirklichkeit ſo. Er handelt, um einen Fall herauszugreifen, an den betreffenden Stellen, welche die„Sitze der Lehre“ vom heiligen Abendmahl ſind, von dieſer Lehre in einer Weiſe, die einem evangeliſch⸗ lutheriſchen Herzen ſehr wohl thut. Aber dieſer Freude geſchieht Eintrag, wenn man dem Ausleger abhört, wie er von einer ſogenannten„Vorausſetzungsloſigkeit“ aus zu dem erwünſch⸗ ten Einklang mit der Lehre ſeiner Kirche gekommen zu ſein meint. Denn ſeine erſte„Erin⸗ nerung, welche die Erklärung beſonders angeht,“ lautet:„Achte mich überzeugt, es ſey eine der vornehmſten Eigenſchaften eines Auslegers, daß er keinen andern Zweck habe, als den eigentlichen Verſtand der Worte zu unterſuchen, und wenn er ſelbigen meynet gefunden zu haben, ſolchen andern aufrichtig darzulegen, und, ſo viel möglich, deutlich und klar zu ma⸗ chen.“ ²⁸) Die Worte:„wenn er ſelbigen meynet gefunden zu haben“ vor der erwähnten Bezugnahme auf den Glauben der Kirche verrathen eine Stellung des Schriftforſchers, die ungefähr alſo kurz gekennzeichnet werden könnte: er legt die heilige Schrift nach ſeinem beſten Ermeſſen aus und freut ſich hinterher, daß nichts gegen die Lehre ſeiner Kirche von ihm vor⸗ gebracht iſt. Damit aber nimmt er ſeinen Standort weſentlich in ſich und ſeinem Urtheil und unterläßt es zu bedenken, daß er nicht eine„leere Tafel“ iſt, ſondern entweder von dem Glau⸗ ben der Kirche, welcher er als Glied angehört, oder von einer Summe„ungläubiger, halb⸗ gläubiger, andersgläubiger“ Gedanken erfüllt und durchzogen. Der Freiherr ſcheint die Mög⸗ lichkeit und Berechtigung einer völlig vorausſetzungsloſen, unbefangenen Schriftauslegung anzu⸗ nehmen, und es erſcheint nicht als ein übereilter Schluß, daß man an dieſem Punkte die Achil⸗ lesferſe des Speneriſch⸗Franckiſchen Pietismus, nämlich die Bevorzugung des ſubjektiven Er⸗ meſſens vor dem objektiv kirchlich gegebenen und zu Recht beſtehenden, auch an dem edlen Ver⸗ treter in ſeinem Verhältniß als Schriftforſcher zu erkennen glaubt, ein Makel der weniger an ſeiner Perſon, der er als Laie kaum ein Bewußtſein um die Verantwortlichkeit der Diener der Kirche für die reine Lehre gehabt haben mag, als an dem ganzen Strom der kirchlichen An⸗ ſchauung der damaligen pietiſtiſchen Kreiſe klebt und ſchließlich allerdings auf Spener zurück⸗ fällt, dem„das Gefühl der Continuität mit einer großen Vergangenheit,“ das Bewußtſein um„die gliedliche Gemeinſchaft mit dem hiſtoriſch gewordenen lutheriſchen Kirchenkörper“¹²⁹) wenn nicht abgieng ſo doch fern lag.
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27) Harmonie und Auslegung, u. ſ. w. Vorbericht S. 10. 28) Harmonie und Auslegung, u. ſ. w. Vorbericht S. 7. 29) Herzogs Realencyklopädie, Artikel Pietismus, Band XI. S. 656.
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