Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 2. Teil
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

Zweifel durch die Erziehung der Jugend, überhaupt durch Gründung und Erhaltung guter Schulen geſorgt, die ja die Aufgabe hätten, die blühende angehende Jugend der Kirche einzupflanzen und zu feſten Säulen des geiſtlichen und welt⸗ lichen Regiments heranzubilden. Daher fühle er ſich zu Erreichung dieſes hohen Ziels veranlaßt, in der vornehmſten Stadt ſeiner Grafſchaft eine neue Schule zu gründen und nicht allein tüchtige Lehrer an derſelben anzuſtellen, ſondern auch unbemittelten, aber talentvollen Schülern, die Luſt zum Studieren hätten, die Gelegenheit zu akademiſcher Vorbildung zu gewähren, um ſie hernach in Kirchen⸗ und weltlichem Regiment gebrauchen zu können. Mit klarem Blick und rich⸗ tigem Takt hält alſo der Gründer der hohen Landesſchule nicht allein den unzertrennlichen Zuſammenhang der Schule mit der Kirche, ſondern auch das unverrückbare Ziel feſt, das die Gymnaſien zu verfolgen haben, vornehmlich diejenigen zu erziehen und vorzubereiten, die für das Kirchen⸗ und weltliche Regiment berufen ſind, alſo die Beſtimmung haben, dermal⸗ einſt andern als Führer in Kirche und Staat voranzugehen; eine Beſtimmung, die für die Gymnaſien unſeres Vaterlan⸗ des, wenn ſie ihren Ruhm und ihre Ehre, deutſche Ge⸗ lehrtenſchulen zu ſein nicht verlieren ſollen, eben zu Erhaltung und Förderung ihres ſtiftungs⸗ und geſetzmäßigen Grund⸗ charakters als wißenſchaftlicher Anſtalten und Pflanzſtätten deutſcher, chriſtlich⸗kirchlicher Geſinnung und Lebensordnung, in ihrem wol begründeten, unveräußerlichen Rechte auf immer ge⸗ ſchützt und bewahrt bleiben muß. Selbſt der in der Fundations⸗ urkunde Philipp Ludwigs II. gebrauchte, etwas allgemein gehal⸗ tene Ausdruck:Erziehung der Jugend zu Tugenden und freien Künſten will dem ganzen Zuſammenhang, wie überhaupt dem ganzen damaligen Sprachgebrauch nach nichts anderes beſagen, als:Erziehung zu chriſtlicher Frömmigleit und wißen⸗ ſchaftlicher Tüchtigkeit; es fragte ſich damals, W heute, wie