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Wort der heiligen Schrift als die feſte Richtſchnur für die berührten Verhältniſſe aufzuſtellen— das hieß, die Sache theologiſch angeſehen. Und das wird man mit Freuden zugeſtehen, daß da, wo der gelehrte Mann einmal auf einen Augenblick„den Profeſſor“ und„den ſ. g. wiſ⸗ ſenſchaftlichen Standpunkt“ vergeßen konnte, alles ganz anders lautet: wie dieß insbeſondere das Gebet beweiſt, mit dem er nach einer kurzen Schlußanrede an den Grafen und ſeine Gemahlin, an die Herrn Scho⸗ larchen und Studioſen, ſeine Rede beendigt;„Dank wollen wir opfern unſerem Gott und dem Höchſten bezahlen unſere Gelübde:“
„Ja, allerhöchſter Gott, gnädigſter Vater! Du Vater vnſeres Herrn vnd Heilands Jeſu Chriſti, der Du auch um ſeinetwillen vnſer lieber Vater biſt! deſſen Hände⸗Werke ſind Himmel vnd Erden vnd das uner⸗ gründliche Meer, ja alles was hoch vnd niedrig iſt, wir ſagen Dir vom Grund vnſerer Herzen demütigen Dank, daß Du dieſer unſerer Hohen⸗Schulen ſo oft vnd herzlich gewünſchten Geburts⸗ tag vns alſowol erleben laſſen. Wir erkennen dieſe deine große Werck vnd Thaten. Wir beugen daher vor Dir die Knie vnſeres Herzens vnd fangen dieſe gute Sach mit deiner Hülf an; vor Dir ſtehen wir vnd indem wir ohne Dich nichts vermögen, ſo ſuchen wir ſonſt keine Hülf, als allein von Dir.— Gib dann, gnädigſter Vater, daß dieſes vnſere, der Lehrenden vnd Lernenden erſte Weisheit ſei, daß wir Dich erkennen, den einigen wahren Gott vnd den Du geſandt haſt, Jeſum Chriſtum. Gib, daß dieſes vnſere höchſte Weisheit ſei, daß wir deine großen, vielfältigen vnd ſchönen Werke auf dieſer Erde beſchauen vnd in denſelben die herrlichen Warzeichen deiner Güte, Weisheit vnd Macht verehren vnd hochhalten! Gib, daß dieſe vnſere neu angehende vnd aufwachſende Hohe⸗Schul nicht nur eine Schul bloßer Künſte vnd Wiſſenſchaften, ſondern vielmehr eine Lehre⸗ rin vnd Mutter der wahren Gottesfurcht vnd aller Tugen⸗ den ſei! Verleihe dazu mir vnd allen, ſo an dieſer Stelle hinfüro öffentlich lehren, einen munteren Geiſt, ein behaltſames Gedächt⸗ nis vnd einen guten Verſtand, daß wir auf nichts als auf deines Na⸗ mens Ehr, der Kirchen Auferbauung vnd der Jugend ſowol in freien Künſten, als allen Tugenden erſprießliches Zunehmen vnſer Abſehen richten vnd alsdann dieſelbe wol gelehrt achten mögen, wenn wir ſie von Dir und in Dir wol unterwieſen beſinden. So werden wir dich preiſen, o Gott, vnſer Gott! vnd werden dich ewig rühmen. Wir wollen Dir danken vnd Lob ſagen, weil Du freundlich biſt vnd Deine Güte ewiglich


