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eigentliches Thema, das doch anfänglich ſicher nur auf die verſchiedenen „chriſtlichen Religionsparteien“(Lutheriſche und Reformierte) ſich bezie⸗ hen ſollte, in dem Nebel des Vermengungseifers gänzlich vergeßen zu haben. Es wird aber noch heiterer. Gantesviler geht nicht nur auf Theodorichs Herrſchaft in Italien,„wo Gothen vnd Römer, Rechtglaubige vnd Arianer zuſammen in einem Rath geſeſſen,“ ſondern auch auf die Aegypter über,„vnter welchen vier verſchledene Secten ſich befinden vnd dennoch ſind ſie im gemeinen Weſen vnd Regiment dergeſtalt einig, daß der gemeine Pöbel ſich untereinander nicht haſſet vnd ketzert, noch die Geiſtlichen vnd Vorſteher zuſammen hadern vnd zanken.“ Ja, ſogar die Japaneſen müßen herhalten, die neunerlei Religion haben, dergeſtalt, daß in einer und derſelben Familie„der Vater ſeine eigene Religion hat, die ihm anſteht, die Mutter eine andere annimpt, der Sohn aber noch eine andere hägt vnd dann wiederum die Tochter ihrer eygenen Religion nach ihrem Gutdünken nachhängt— vnd gerathen darüber doch nicht in Hader vnd Streit: Ja es geht dahero weder dem innerlichen Hauß⸗ frieden, noch der gemeynen Ruh etwas ab.“ Faſt ſcheint es, als ob der Redner ſeinen Zuhörern die Aegypter und Japaneſen als nachahmungs⸗ würdige Vorbilder habe empfehlen wollen.„Von den vhralten Völkern, die ſich fäſt einbildeten, daß alle nur aus gutem Hertzen entſpringende Religionen denen unſterblichen Göttern lieb vnd angenehm wären,“ will er dießmal nichts ſagen, auch nichts von denen klugen Römern,„die der Iſidis vnd deß Aeſeulapii Götzendienſt in der Stadt eingeführt vnd den ſogenannten Tempel Pantheon allen Göttern zu Ehren einzuweyhen zugelaſſen.“ Aber bei der Türken mächtigem Reich kann er doch nicht vorbei gehen:„da wird man nicht wenige finden, die ſich zur griechiſchen Religion bekennen, andere die der römiſch⸗katholiſchen beipflichten; viel hangen den Fabeln des Judentums an vnd wiederum andere ſind der Perſianer ihrem Götzendienſt ergeben— ſind alſo in ſolchen ihren Mei⸗ nungen vnd Seeten ganz vngleicher Meinungen, obwol ſie innerhalb einer Ringmauer beſchloſſen zuſammen wohnen; ſie bemühen ſich verſchiedenen Glaubens vnd gehen doch zuſammen vor ein Gericht vnd eine Obrigkeit. Vnd wer hat darum von einiger unter ihnen entſtandenen Aufruhr vnd innerlichen Kriegen jemals gehört!“ Wüßte man nicht, daß Gantesviler wirklich im Ernſt redet, ſo möchte man das Ganze eher für Spott und Hohn, oder für eine beißende Satire auf die heidniſche Religionsmengerei halten! Und was ſoll man erſt dazu ſagen, wenn ſich der Redner zum Schluß in einer pathetiſchen Apoſtrophe an den Apoſtel St. Paulns wen⸗


