Aufsatz 
Geschichte der Gründung und Einweihung des Gymnasiums zu Hanau. Festschrift zum 200jährigen Jubiläum : 1. Teil
Entstehung
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³) Johann Jakob Gantesviler iſt geboren zu Baſel im Jahr 1631. Schon im 21. Jahr ſeines Lebens, im J. 1652(nicht 1650, wie Strieder angibt) wurde er als Profeſſor der Beredſamkeit und Pädagogiarch nach Herborn berufen. Von da folgte er eben dem Nufe des Grafen Friedrich Caſimir nach Hanau als Profeſſor der Theologie und Conſiſtorialrath. Hier in Hanau verblieb er in dieſer ſeiner Stel⸗ lung bis zum J. 1678, alſo etwa 12 Jahre und erhielt während der Zeit, am 27. Juni 1671 von der theologiſchen Fakultät der Univerſität Marburg die theologiſche Doctorwürde. Im J. 1678 aber folgte er dem Nufe zur theologiſchen Profeſſur nach Duisburg, wo er am 25. Merz 1691, alſo im 60. Jahre ſeines Lebens geſtorben iſt. Was ſeine ſchriftſtelleriſche Thätigkeit betrifft: ſo ſind es eigentlich nur Diſſertationen, nicht größere Werke, in denen dieſelbe hervortritt. So ſchrieb er 1661 in Herborn eine dissertatio politica, qua magnum Turcarum Monarcham a Christianis Principibus vinci debellarique posse ostenditur. In Hanau erſchienen von ihm in den zehn Jahren 1665 1075 zuerſt ſeine oratio inauguralis in restaurationem et in- angurationem illustris Lycei Hanovici; ferner Theses philosophicae, verſchiedene philoſophiſche und theologiſche disputationes z. B. de con- ceptu entis(über den Begriff des Seienden), de Theologia in genere et S. Scriptura in specie, de articulo iustificationis, positionum theologicarum decas, de scientia Dei media, de iustitia Dei vin- dicativa; de philosophiae necessitate, ortu et incrementis, de sub- stantia; scrutinium theologicum de fide infantum; theses ethico- oeconomicae politicae miscellaneae; dissertatio inauguralis(pro gradu Doctoris theologiae) de libero hominis arbitrio,(sub prae- sidio Jo. Heinii) Marburgi 1671; endlich Lux e tenebris s. obscuri mysterii Urim et Thumim brevis delineatio in 3 Abtheilungen. In Duisburg ſchrieb er noch; Scrutininm theologicum de loquela angelorum 1682 und 1685 und eine Lobſchrift auf Friedrich Wilhelm den Großen 1688.

*) Abſchnitt 1. S. 6.

³) Aus Pezenius Predigt, S. 31.»Heut ſtehen wir allhier und verkündigen euch die langgewünſchte restanration des Gymnasii illustris; daß ſolches ſo weit kommen, iſt nicht durch Heer oder Kraft geſchehen (Sacharj. 4, 6): Man hat zwar geſorget und gearbeitet; Aber der Fortgang komt von einer höhern, als menſchlichen Hand; Er kommt von