Aufsatz 
Anklänge an die zeitgenössische Literatur in den Werken Schillers und Goethes
Entstehung
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Schüler haben diesen schulfreien Tag trotz des Regens in ausgiebigster Weise zum Besuch der- selben benutzt.

Seit der Vollendung und staatlichen Anerkennung der Anstalt war unter den Schülern der lebhafte Wunsch nach einer bei festlichen Anlässen zu entfaltenden Schulfahne rege geworden und die Abiturienten von 1008, 1900, 1911 und 19012 hatten bei ihrer feierlichen Entlassung der Schule unter sich gesammelte Beiträge zu einem Fahnenfonds übergeben, die Ostern 1912 auf 112 Mk. angewachsen waren und sich mit Genehmigung des Herzoglichen Ministeriums um die aus der Kasse für Schulfeierlichkeiten gesparte Summe von 88 Mk. auf 200 Mk. erhöhten. In dankenswerter Weise erbot sich nunmehr Herr Fabrikant Gustav Belz, die noch fehlenden 250 Mk. beizusteuern, worauf die Fahne von Herrn Fahnen- und Kunststicker Friedrich Rösler hier nach dem Entwurfe des Herrn Zeichenlehrers Vetter in Angriff genommen wurde. Sie zeigt, mit reicher Ornamentur in Handstickerei auf Seide durchwirkt, auf der Vorderseite die Landesfarben des Herzog- tums, auf der Rückseite die Stadtfarben; inmitten des weissen Feldes der Vorderseite einen stili- sierten Eichenstamm mit Blättern, woran drei Wappen angebracht sind, links das herzogliche, rechts dasjenige der Stadt Schmölln, darunter ein Phantasie-Wappen mit den Symbolen der Kunst, der Wissenschaft(Eule), des Fleisses(Bienen, den Korb umfliegend), der Turnerei und des Sports(das vierfache F) und des Gesanges(Laute). Das Ganze ist umgeben von der Inschrift:Herzogliche Realschule Schmölln S.-A.. Auf der Rückseite befinden sich die Jahreszahlen 1002(Gründungsjahr der Anstalt) und 1912, ferner im gelben Felde der von Herrn Vetter geprägte Sinnspruch:

Deutsche Jugend, lerne und schaffe;

Sei Deutschlands Zukunft kräftige Waffe.

Liebe und ehre dein Vaterland,

Stets in Treue ihm zugewandt. Die Weihe fand am 31. August im Anschluss an den Aktus zur Feier des Geburtstags Sr. Hoheit statt. Die Weiherede hielt Herr Pastor Böttcher. Ausgehend von der Bedeutung der Fahnen als Heiligtum der Krieger, interpretierte er die Embleme auf der Schulfahne und kennzeichnete letztere als ein Sinnbild der Ideale, welchen wir nachfolgen. Aus dem Bilde des Fleisses und dem zweiten F im Turneremblem entwickelte er die Tugenden, die zur Erziehung des Menschen zur religiös- sittlichen Persönlichkeit dienen. Im Namen und in Vertretung der Anstalt nahm der Unterzeichnete die Fahne in Verwahrung mit bestem Danke an alle, die zu ihrer Herstellung mitgewirkt hatten und mit dem Wunsche, dass sie der Anstalt voranwehen möge auf dem geraden Wege der Pflicht- erfüllung, der Ehre und des Erfolgs.

Se. Exzellenz der Herr Staatsminister v. Borries schied zu Michaelis aus dem Amte. Die Anstalt, die unter ihm vor nunmehr sechs Jahren vollendet wurde, hat sich auch in ihrem weiteren Bestehen seines warmen Interesses und seiner fördernden Fürsorge zu erfreuen gehabt und wird seiner stets in Dankbarkeit und Verehrung gedenken.

Die Herzogliche Kommission für Schulgelderlass gewährte 12 Schülern gänzliche, 15 hälf- tige Schulgeldbefreiung.

Von Ausweiskarten zum Besuche der deutschen Studenten- und Schülerherbergen auf Ferienwanderungen im Gebirge machten 5 Schüler der I. Klasse Gebrauch. Unter Führung des Herrn Scheibe wurden mit den oberen Klassen belehrende Ausflüge in die Umgebung, insbeson- dere zu den durch die in Bau begriffene neue städtische Wasserleitung blossgelegten geologischen Aufschlüssen unternommen und die von dem hiesigen Aquarienliebhaberverein veranstaltete hoch- interessante Aquarienausstellung besucht. Die Firma Sylbe& Pondorf hat in liebenswürdiger Weise wiederum den Schülern der I. und II. Klasse Zutritt zu ihren reichausgestatteten Fabrikräumen während der Vorgänge des Eisengiessens gestattet und so in einen hochwichtigen Zweig kompli-