G
— ESA/ —
Einige Bemerkungen
über die wichtigſten Unterrichtsgegenſtände unſerer Gelehrten⸗Schulen,
insbeſondere
der Pädagogien.
A Princip der Jugendbildung auf Gelehrten⸗Schulen muß unſtreitig das angenommen werden, welches von dem Unterrichte allgemeine für das Leben berech⸗ nete Bildung fordert, alſo möglichſter Umfang an Kenntniſſen, Vorbereitung zu ſpeciellen Studien. Hiermit ſei aber keineswegs behauptet, daß man bei dem Unter⸗ richte einzig und allein das materielle Intereſſe des Schülers im Auge haben müſſe; und der eben angeführte Grundſatz ſchließt durchaus nicht die Foderung aus, daß bei dem Unterrichte auf Gelehrten⸗Schulen die allgemeine Cultur des Verſtandes zu beachten ſei, der zu allen künftigen Studien möglichſt fähig gemacht werden ſollte; womit zugleich die moraliſche Bildung des Characters zu verbinden wäre.
Denn von jedem Studirenden, mag er was immer für ein ſpecielles Stu⸗ dium wählen, wird eine Cultur verlangt, welche über die alltägliche erhaben iſt, Kenntniſſe, die, wenn auch für ſein Fach nicht unumgänglich nothwendig, doch zur höheren Ausbildung des innern Menſchen beitragen. Nur, wo auf beide Zwecke, ich meine das materielle Intereſſe und die formelle Bildung, das Augenmerk unab⸗ läſſig gerichtet iſt, kann von Lehrern, die ihre Aufgabe vollkommen verſtehen, wahrhaft Großes bewirkt werden.
Um einige Andeutungen zu geben, ob und wie das angeführte Ziel durch den Gang des Unterrichts auf unſern Anſtalten erreicht werde oder erreicht werden könne, möge folgende kurze Betrachtung der wichtigſten Lehrgegenſtände derſelben eine Stelle finden.
1*


