Aufsatz 
Zur Topographie und Geschichte der linksmainischen Landwehren der Reichsstadt Frankfurt
Entstehung
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haftigkeit, mit der er seines Amtes waltete, ein leuchtendes Vorbild. Möge der Geist, den er geweckt und gepflegt hat, an unserer Anstalt lebendig bleiben, wie wir sein Andenken stets in Ehren halten werden. Die irdischen Uberreste des Entschlafenen wurden am 2. Dezember zur letzten Ruhe bestattet. Das gesamte Lehrerkollegium und die Schüler der oberen Klassen folgten dem Leichenzuge. Der Unterzeichnete legte einen Kranz an der Bahre nieder und gab der dankbaren Liebe und Verehrung Ausdruck, die dem Heimgegangenen über das Grab hinaus folgt.

Am 4. September verschied nach längerer Krankheit Herr Stadtverordneter Theodor Stern. Während einer Reihe von Jahren Mitglied der städtischen Schul- behörden, brachte er den Fragen des Unterrichts und der Erziehung ein lebhaftes Interesse entgegen und wirkte aufs eifrigste mit an allen Maſsnahmen, die auf die Hebung und Förderung des Schulwesens gerichtet waren. Zu unserer Anstalt stand Herr Stern schon dadurch in engerer Beziehung, dafs er den jährlichen Reifeprüfungen als ständiger Ver- treter des Kuratoriums der höheren Schulen beiwohnte. Dankbar erinnern wir uns des einsichtigen und wohlwollenden Beirates, den er uns oft gewährt hat, und der vielfachen Beweise regster Anteilnahme an dem Gedeihen unseres Gymnasiums, dessen Mutteranstalt er selbst als Schüler besucht hatte.

2. Gesundheitszustand der Schüler.

Der Gesundheitszustand der Schüler war während des abgelaufenen Jahres im allgemeinen ein günstiger. Insbesondere blieben wir von ansteckenden Krankheiten ziemlich verschont. Dagegen wurde in verschiedenen Klassen die Beobachtung gemacht, dass ver- hältnismäſsig viele Schüler infolge von krankhafter Veranlagung oder geringer körperlicher Widerstandsfähigkeit häufiger und zum Teil längere Zeit dem Unterricht fern bleiben muſsten. Aus dem gleichen Grunde war auch die Zahl der Turnbefreiungen, die auf Grund eines ärztlichen Zeugnisses erfolgten, eine gröſsere, als sie im Durchschnitt zu sein pflegt.

Durch den Tod verloren wir einen liebenswürdigen, begabten und strebsamen Schüler, den Sekundaner Karl Süſs. Er erlag am 20. April einem Herzleiden, das ihn seit Monaten an das Krankenlager gefesselt hatte. Den tiefgebeugten Eltern, denen der einzige Sohn, ihre Freude und ihr Stolz, entrissen war, drückte der Unterzeichnete im Namen des Lehrerkollegiums die innigste Teilnahme aus. Mit ihm und dem Klassenlehrer gaben die Schüler der Obersekunda dem entschlafenen Kameraden das letzte Geleit.

3. Schulfeste.

Das Maifest wurde am 8. Mai in gewohnter Weise durch Ausflüge der einzelnen Klassen begangen. Es war vom Wetter nicht grade begünstigt, doch vermochten die Regenschauer, die sich am Nachmittage einstellten, der fröhlichen Stimmung keinen Abbruch zu thun.