Aufsatz 
Goethe als Erzieher / von Otto Paulus
Entstehung
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Caſſel, 26. November 1906. Eine Überſichtskarte der preußiſchen Staatsbahnen wird dem Friedrichsgymnaſium als Geſchenk überwieſen.

Caſſel, 15. Januar 1907. Die Ferienordnung für 1907 wird mitgeteilt. Die Pfingſtferien beginnen Freitag, 17. Mai, nachmittags(Schulanfang: Dienstag, 23. Mai, 8 Uhr); die Sommerferien Freitag, 5. Juli, nachmittags(Schulanfang: Dienstag, 6. Auguſt, 8 Uhr); die Herbſtferien Sonnabend, 28. September(Schulanfang: Dienstag, 15. Oktober, 8 Uhr); die Weihnachtsferien Montag, 23. Dezember mittags(Schulanfang: Dienstag, 7. Januar 1908); die Oſterferien Sonnabend, 11. April 1908.

Caſſel, 18. Januar 1907. Band 26 und 27 derDenkmäler deutſcher Tonkunſt wird der Anſtalt als Geſchenk von dem Herrn Unterrichtsminiſter überwieſen.

Caſſel, 18. Januar 1907. Es wird aufmerkſam gemacht auf die Wirkſamkeit derStaatlichen Stelle für Naturdenkmalpflege in Preußen, die ihren Sitz in Danzig hat.

Caſſel, 24. Januar 1907. Auf den Frühjahrskurſus(8. April 18. Mai) der Cölner Ver⸗ einigung für rechts⸗ und ſtaatswiſſenſchaftliche Fortbildung wird aufmerkſam gemacht.

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III. Schulgeſchichte.

Am 13. April 1906 waren 25 Jahre verfloſſen, ſeitdem der Leiter der Anſtalt ſein Amt als Direktor antrat. Am Abend vor dem Schulſchluß veranſtaltete die Schule ihm zu Ehren eine Feier, über die ein Lehrer des Gymaſiums in einem hieſigen Blatte folgendermaßen berichtete:

Eine eigenartige, ſchöne Feier war es, die das Königliche Friedrichsgymnaſium Freitag abend, als am vorletzten Tage des Winterhalbjahres, beging. 25 Jahre ſind dahingegangen, ſeitdem der Leiter dieſer Anſtalt, Gymnaſialdirektor Dr. Fr. Heußner, ſeines Direktoramtes waltet. Er trat dies Amt freilich nicht an dieſer ſeiner jetzigen Schule an, an der er auch ſchon früher 13 ½ Jahr lang gewirkt und auch zu den Lehrern Seiner Majeſtät unſeres Kaiſers gezählt hat, ſondern fern im deutſchen Norden, am Großherzoglich Oldenburgiſchen Gymnaſium zu Eutin. Von dort kehrte er 1886 nach Caſſel zurück, um das Direktorat des eben damals vom alten Lyceum Fridericianum ſich abzweigenden Königlichen Wilhelmsgymnaſiums zu übernehmen. Nachdem er dieſer während ſeiner Leitung zu einem ſtarkbeſuchten Doppelgymnaſium anwachſenden Anſtalt 7 Jahre lang vorgeſtanden, ging er nach dem Rücktritt des Direktors des Friedrichsgymnaſiums, Dr. Gideon Vogt, im Jahre 1893 aus Geſundheitsrückſichten wieder an dieſe ihm noch immer liebe und vertraute kleinere Anſtalt über. An dieſer wirkt er nun ſchon wieder ſeit 13 Jahren, ſo daß nahezu ein Drittel⸗Jahrhundert ſchon ſeine vielbewährte tüchtige Kraft unſerer Vaterſtadt zu gute gekommen iſt. So iſt es leicht zu verſtehen, daß das Lehrerkollegium des Friedrichsgymnaſiums dieſen Erinnerungstag nichteſtill und unbemerkt vorübergehen laſſen wollte. Es lud ſeinen verehrten Chef mit ſeiner Familie für den betreffenden Abend 6 ½ Uhr zu einer Gedenkfeier in die feſtlich erleuchtete und mit Frühlingsgrün reich geſchmückte Aula des Gymnaſiums ein. Feier⸗ licher Orgelklang empfing die Eintretenden, worauf die verſammelte Schulgemeinde den ChoralNun danket alle Gott anſtimmte. Auf ein tiefempfundenes, an den 23. Pſalm anknüpfendes Gebet eines Lehrers folgte Webers Jubelouverture im Trioſatze, die anſtatt der Volkshymne den ChoralLobe den Herren enthielt und von zwei Lehrern und zwei Schülern der Anſtalt geſpielt wurde. Mit einer von