35
III. Schulgeſchichte.
Das neue Schuljahr 1905/06 wurde Montag den 1. Mai mit einer gemeinſamen Andacht eröffnet und danach 51 neu aufgenommene Schüler auf die Schulgeſetze verpflichtet.
Am 9. Mai fand eine Feier zur Erinnerung an die hundertjährige Wiederkehr des Todestages Schillers in der Aula ſtatt. Die Feſtrede hielt Profeſſor Paulus. Am 10. Mai abends war eine zweite Feier im großen Saale des Palais⸗Reſtaurant, bei der Schüler der Prima und Oberſekunda Wallenſteins Lager aufführten und der Direktor den Feſtvortrag hielt. Dieſer Feier wohnte Ihre Exzellenz die Frau Oberpräſident von Windheim und Herr Provinzial⸗ Schulrat Dr. Baier bei. Das Provinzial⸗Schulkollegium hatte für dieſe Feier 9 größere Werke zu Prämien für Schüler der drei oberen Klaſſen und 32 Exemplare der Broſchüre:„Warum feiern wir Schillers Todestag?“ als Geſchenk des Herrn Miniſters überſandt, welche am Ende der Feier verteilt wurden. Die 9 größeren Werke wurden ſolchen Schülern gegeben, die bei der Feſtfeier beſonders tätig mitgewirkt hatten, nämlich Romain II als Leiter des Orcheſters, Collmar I1, Breiding II, Kaiſer I, Friderici Ie, Prinz I2, Falk Ia, Lütcke II:, Kreßner III. Die nähere Beſchreibung der beiden Feſttage iſt in der dieſem Jahresberichte beigegebenen Abhandlung enthalten. Herrn Profeſſor Paulus, der ſich um die Einübung von Wallenſteins Lager beſonders verdient gemacht hatte, und allen, die ſonſt bei der Feier mitgewirkt haben, ſei hier beſtens Dank geſagt.
Der Vormittagsunterricht begann in dieſem Sommer, beſonders aus Rückſicht auf die täglich von auswärts kommenden Schüler, auch im Juni und Auguſt erſt um 8 Uhr. Dieſe Einrichtung fand auch die Billigung des größten Teils der Eltern der Schüler ſowie der Lehrer.
An der Lehrerverſammlung zu Wildungen am 31. Mai nahmen 4 Lehrer der Anſtalt teil.
Auf das Glückwunſchſchreiben des Direktors an Se. Majeſtät den Kaiſer und König zur Vermählung Sr. Kaiſerlichen und Königlichen Hoheit des Kronprinzen am 7. Juni ging folgendes Telegramm ein:„Se. Majeſtät der Kaiſer und König laſſen Ihnen ſowie den Lehrern und Schülern des Friedrichs⸗Gymnaſiums für die treuen Glück und Segenswünſche zur Vermählung Seines Sohnes, des Kronprinzen, vielmals danken. Auf Allerhöchſten Befehl v. Lucanus, Geheimer Kabinetsrat.“
Vom 15. Juni bis 8. Juli war Profeſſor Püttgen zu einer Badekur beurlaubt. Seine Vertretung beſorgten die Lehrer der Anſtalt.
Vom 23. bis 25. Juni machte Profeſſor Dr. Brede mit dem Primaner⸗Geſangverein eine Tour an den Rhein.
Freitag den 23. Juni fanden auch die üblichen Klaſſenausflüge ſtatt, die Obertertia aber ging erſt Sonnabend den 24. Juni.
Die Sommerferien dauerten vom 8. Juli bis 7. Auguſt einſchließlich.
Am 18. Juli überſandte der Geheime Kommerzienrat Freiherr von Heyl zu Herrnsheim in Worms der Anſtalt 50 Exemplare des in ſeinem Auftrage herausgegebenen Werkes von Profeſſor
Boos„Rheiniſche Städtekultur“ mit dem nachſtehenden Schreiben an den Direktor:„Der Unter⸗ 5*


