Zur Schulreformfrage.
Die Theilnahme der Zeitgenoſſen für das Erziehungs⸗ und Unterrichtsweſen hat ſich in den letzten Jahren faſt überall in Deutſchland zu vielverſprechender Lebhaftigkeit ge⸗ ſteigert. Fragen und Beſtrebungen, welche in dem vorigen Decennium entweder gänzlich zur Ruhe verwieſen waren oder doch nur eine kümmerliche Exiſtenz friſteten, ſind wieder auf⸗ genommen worden, mit beſſerer Ausſicht auf Löſung und Verwirklichung. Faſt überall iſt eine Schulreform im Gange, ſei es nun, daß eine Neugeſtaltung des Ganzen beabſichtigt wird, oder daß man an einige beſonders beſſerungsbedürftige Punkte Hand angelegt hat. Baden hat eine umfaſſende Neuorganiſation mit der Einſetzung eines ſelbſtändigen Ober⸗ ſchulrathes begonnen; Hamburg ſeinen uralten Schulreform⸗ ſtreit wenigſtens in Bezug auf die Oberbehörde in ähnlicher Weiſe abgeſchloſſen, ſelbſt das nicht als neuerungsſüchtig be⸗ kannte Lübeck ein neues ſtaatlich⸗bürgerliches Oberſchulcollegium eingeſetzt, nachdem beiden Hanſeſtädten die dritte Schweſter, Bremen, in der Ordnung ſeines Unterrichtsweſens ſchon rühmlich vorangegangen war; Oldenburg, Weimar haben neue Volksſchulgeſetze erlaſſen; Koburg⸗Gotha iſt mit dem Erlaß eines ſolchen beſchäftigÄt. Aber auch Oeſterreich, Preußen,
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