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genüge an der Wirklichkeit ſich ſteigert, entſpricht gerade am meiſten derjenigen Lebensſtufe, auf welcher das Blut zuerſt voller und raſcher und heißer durch die Adern ſtrömt,„mit allmächtigem Streben die enge Bruſt ein kreißend All dehnt“ und der friſche Drang erwacht, „Herauszutreten in das Leben In Wort und That, in Bild und Schall.“
Erſchrecken wir aber nicht, verehrte Anweſende, über eine ſolche Wirkung, nach welcher die Schiller'ſchen Dichtungen mit den bedenklichſten Ausgeburten der Sturm⸗ und Drangperiode un⸗ ſerer Literatur gleicher Verdammung anheimzu⸗ fallen ſcheinen. Die Jugend iſt nun einmal die Sturm- und Drangperiode des Lebens, und weit entfernt, darüber mit dem Schöpfer alles Lebens rechten zu wollen, laſſen Sie uns vielmehr ihm danken, wenn in unſerer Zeit nicht das Schiller'ſche Wort ſich erwahrt:„die Jugend iſt alt.“ Und wohl dem Jüngling, der das Stadium ſeines Sturmes und Dranges an Schiller's Hand durch⸗ wandert. Ohne Gefahr freilich wird nie ein großer Sieg erfochten; aber gegen die Gefahr, welche aus dem pathetiſchen Charakter der Schiller⸗ ſchen Dichtungen allerdings entſpringen kann, bieten dieſe ſelbſt das kräftigſte Schutzmittel dar in der Hoheit und Reinheit der in ihnen lebenden ſittlichen Ideen. Schiller iſt der Achilles, der Telephos Wunde mit derſelben Waffe heilt, mit welcher er ſie geſchlagen hat.
Hiermit, verehrte Anweſende, bin ich zu dem Punkte gelangt, bei welchem ich gern am längſten


