Aufsatz 
Schiller, der Liebling der Jugend. Rede, bei der Schillerfeier ... 1859 gehalten
Entstehung
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er als die unerläßliche Bedingung zur Heilung der Gebrechen ſeiner Zeit erkannte. In den Geiſt der Mitwelt und der Nachwelt verſenkte er ſeine Saat, hoffend,daß ſie erkeimen werde zum Segen nach des Himmels Rath. Auf die Er⸗ füllung ſeiner Hoffnung aber glaubte er nach den ihm verliehenen Anlagen am wirkſamſten und ſicherſten hinzuarbeiten, wenn er ſich nicht nur an den denkenden Geiſt richtete, ſo ſehr er auch in ſich ſelbſt dieſen auszubilden fortwährend be⸗ müht war, ſondern durch die Phantaſie auf Ge⸗ fühl und Willen wirkte. In die Herzen der Menſchen ſollte das Göttliche einziehen. Seine Loſung ward:

Soll er dein Eigenthum ſein, fühle den Gott, den du denkſt.

Hierzu aber forderte er ein reines, jugendfriſches Gemüth, und er ſuchte und fand und öffnete der Menſchheit die Quelle der Verjüngung:

Glaubt mir, es iſt kein Mährchen, die Quelle der Jugend, ſie rinnet

Wirklich und immer. Ihr fragt, wo? In der dichtenden Kunſt.

Und das Streben nach dem hiernach ſich ihm aufdrängenden Lebensziele, die Erfüllung des Dichterberufes in der hohen Bedeutung, in welcher Schiller ihn auffaßte, erforderte wahrlich nicht geringere Anſtrengungen und Opfer, als die groß⸗ artigſte Rolle auf dem politiſchen Gebiete.