Aufsatz 
Geschichte der Friedrichsschule zu Wiesbaden : Separatabdruck aus dem Programm des königlichen Gymnasiums, Ostern 1880 / von Fr. Otto, Oberlehrer am königlichen Gymnasium zu Wiesbaden
Entstehung
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2) Ein Ministerial-Erlass vom 12. Januar 1880, mitgeteilt durch Verfügung des Provinzial-Schul- kollegiums vom 17. Januar 1880, trifft allgemeine Bestimmungen über die Einführung neuer Lehrbücher.

3) Provinzial-Schulkollegium ordnet unter dem 30. Januar 1880 aus Anlass eines Ministerial- Reskriptes an, dass Schüler, die wegen Teilnahme an verbotenen Verbindungen von einer Anstalt ausgewiesen worden sind, in dieselbe Schule, der sie früher angehört haben, jedenfalls nicht vor Ablauf eines Jahres wieder aufgenommen werden dürfen.

4) Der Herr Minister trifft in einem Erlasse vom 21. Januar 1880, mitgeteilt durch Verfügung des Provinzial-Schulkollegiums vom 4. Februar c., bezüglich der Durchführung einer einheitlichen deutschen Orthographie folgende Anordnungen:

a) Das BuchRegeln und Wörterverzeichnis für die deutsche Rechtschreibung zum Gebrauch an den preussischen Schulen. Berlin, Weidmann'sche Buchhandlung. Ladenpreis des gebundenen Exemplars 0,15 Mark hat vom Beginn des Schuljahres 1880/81 an allen Schulen als Norm für den orthographischen Unterricht und für die in den schriftlichen Arbeiten der Schüler einzuhaltende Orthographie zu dienen.

b) Alle zur Einführung im Schulunterricht zu beantragenden deutschen Lesebücher, einschliesslich der neuen Auflagen der bereits im Gebrauch befindlichen, haben fortan die vorgeschriebene Orthographie einzuhalten. Eine Ausnahme davon machen nur solche Lesebücher, welche als literarhistorische Hilfsmittel die Schreibweise der betreffenden Zeit grundsätzlich beibehalten. Es ist in geeigneter Weise dahin zu wirken, dass die gleiche Orthographie auch in den ander- weiten Schulbüchern zur Anwendung komme; insbesondere sind aus den Klassen Sexta, Quinta und Quarta der höheren Schulen innerhalb eines Zeitraumes von längstens fünf Jahren Schul- bücher von abweichender Orthographie zu beseitigen.

Das Gymnasium wurde im abgelaufenen Schuljahre von 458 Schülern besucht; von ihnen waren 79 auswärtige, 379 einheimische. Von den letzteren sind aber nur 123 in Wiesbaden geboren, während 256 an anderen Orten geboren sind, also Familien angehören, die erst in den letzten Jahren hier ihren Wohnsitz genommen haben.

Der Confession nach waren 345 evangelisch, 70 katholisch, 8 altkatholisch, 2 griechisch-katholisch, 2 deutsch-katholisch, 6 anglikanisch, 4 lutherisch, 1 mennonitisch, 17 israelitisch, 3 confessionslos.

Da von den 458 Zöglingen im Laufe des Schuljahres 30' ausgetreten sind, so schliessen wir mit- einem Bestande von 428 Schülern..