Aufsatz 
Geschichte der Friedrichsschule zu Wiesbaden : Separatabdruck aus dem Programm des königlichen Gymnasiums, Ostern 1880 / von Fr. Otto, Oberlehrer am königlichen Gymnasium zu Wiesbaden
Entstehung
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Schulnachrichten über das Schuljahr 1879/80.

I. Unterricht.

1. Allgemeine Bemerkungen.

Die Anstalt umfasste während des Sommersemesters 12 vollständig getrennte Klassen, indem die Quinta, Quarta, Untertertia und Untersecunda in je 2 Cötus zerlegt waren. Die Sexta zu teilen war leider nicht möglich, da dem Gymnasium in dem uns seitens der städtischen Behörden gütigst überlassenen Markt- schulgebäude(s. u.) nur 12 Klassenzimmer überwiesen waren. Es mussten daher von den angemeldeten Schülern auch in diesem Jahre wieder manche wegen Mangels an Raum abgewiesen werden. Für die Obersecunda und Prima wäre eine Trennung in je 2 Cötus durchaus zweckmässig gewesen; sie liess sich aber nur in einzelnen Fächern zur Ausführung bringen, indem für einige Stunden die dann frei werdenden Räume anderer Klassen benutzt werden konnten. Mit dem Beginne des Wintersemesters wurden uns von der städtischen Verwaltung auch die im Sommer noch von Elementarschulklassen besetzten übrigen Lokale der Marktschule zur Disposition gestellt. Dies ermöglichte die Teilung der Sexta, wodurch die Zahl der Cöten auf 13 stieg.

Auf Grund der Ministerial-Verfügung vom 27. Februar 1872(s. Progr. v. J. 1873, S. 34 f.) waren 34 evangelische Schüler, welche den Confirmanden-Unterricht besuchten, von der Teilnahme am Religionsunterrichte des Gymnasiums für die Dauer des Confirmanden-Unterrichtes entbunden. Fünf alt- katholischen Schülern erteilte der altkatholische Pfarrer, Herr Munding, in einem Klassenzimmer der Anstalt wöchentlich 2 Stunden Religionsunterricht, an dem auch einige altkatholische Schüler des Realgymnasiums und der höheren Bürgerschule Teil nahmen.

An dem fakultativen hebräischen Unterrichte beteiligten sich im Sommer 16, im Winter 5 Schüler.

Den fakultativen Unterricht im Englischen besuchten im Sommer in der oberen Abteilung 14, in der unteren 27 Schüler; im Winter in der oberen Abteilung 12, in der unteren 26 Schüler.

An dem für die Klassen I bis incl. III eingerichteten fakultativen Zeichenunterrichte nahmen im Sommer 9, im Winter 5 Schüler teil..

Der allgemeine Lehrplan des Gymnasiums wurde mit dem Beginne des verflossenen Schuljahres in sofern verändert, als er in Folge einer Verfügung der Behörde in der Geschichte und Geographie den Be- stimmungen des preussischen Normalplanes entsprechend eingerichtet wurde. Daher mussten die in VI und V für griechisch-römische und deutsche Sagengeschichte angesetzten Stunden gestrichen und in IV, III und II die geschichtlich-geographischen Stunden von 4 auf 3 beschränkt werden.

Die Verteilung der Unterrichtszeit auf die einzelnen Fächer ist aus der folgenden Tabelle zu erkennen.

Allgemeiner Lehrplan des Gymnasiums.

Ober- Unter- G 4 Ober- Unter- 4 No. Gegenstände. Prima. Se- Se- ſ 12 ne Quarta. Quinta. Sexta. g cunda. cunda. Tertia. Tertia. 2 2 yy 1 Religionslehre........ Arands. 2 2 2 2 2 2 3 3 Stunden. 2 Deutsch............... 3 2 2 2 2 2 2 2 3. Latein................. 8 10 10 10 10 10 10 10 4 4. Griechisch.............. 6 6 6 6 6 5 8 5. Französisch.............. 3 2 2 2 2 2 3 6. Geschichte und Geographie........ 3 3 3 3 3 3 2 2 7. Arithmetik............... 4( 2 2 2 2 2 3 3 8. Geometrie............... 2 2 2 2 2 4 9. Naturwissenschaft........... 2 2 2 2 2 1 2 2 10. Zeichnen............... 2 2 2 2 11. Schreiben............. 2. 2 4 12. Gesang................ 1 2 13 Philos. Prop................ 1 4 Summa 32 31 31 31 31 31 30 28 Stunden. Fakultativ: 1 14. Hebräisch................ Abtg. I: 2 Stunden. Abtg. II: 2 Stunden. 15. Englisch.............. I: X-* 11:3& 16. Zeichnen-................ Selecta in IIIIb: 2 Stunden. 17. Chorübung.............. Klasse I-IV: 2 Stunden. 18. Turnen.............. 1. 1: 1 Stunde; IIa: 1 St.; IIb: 1 St.; IIIa: 1 St.; IIIb: 1 St.; IV: 1 St.; V,A u. VI,A: 1 St.; V,B u. VI,B: 18St. 1

Die Verteilung des Unterrichts unter die Lehrer ist aus umstehender Tabelle ersichtlich.