Aufsatz 
Die Theilnahme der brandenburgischen Truppen an der Expedition Wilhelms III. nach England / von Friedrich Otto
Entstehung
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Orte Ath, Mons, Oudenarde, Namur und Nivelles überliess ¹), sodass ausser den im Reiche aufgestellten Truppen der Kurfürst etwa 12,000 Mann gegen Frankreich in das Feld führte. Dass er mit diesem Verfahren, namentlich vor Beginn der Feind- seligkeiten Frankreichs der gemeinsamen Sache einen allerdings grossen Dienst erwies, erhellt daraus, dass man Anfangs einen Angriff Ludwigs auf Holland mit Recht be- fürchten konnte, wenn man an das Jahr 1672 zurückdachte, beweist die gedrückte Stimmung und Furcht der Holländer vor dem 24. September oder der Kriegserklärung Ludwigs an das Reich, beweist endlich der Dank, den man wiederholt aussprach. Ob der grosse Kurfürst in gleicher Weise gehandelt hätte, ist sehr zweifelhaft, jedenfalls hätte er die nunmehr alsbald eintretende Zersplitterung seiner Truppen nicht augegeben, auch eine leitende Stellung bei dem Ganzen eingenommen.

Es erübrigt noch die Frage, wie es gekommen, dass der Name Brandenburgs sogar in englischen Nelbollealera ws der Expedition in Verbindung Seprachi wurde ²) und im irischen Feldzuge mehrfach erwähnt wird.

In dieser Beziehung ist die Vermuthung ansprechend ³), dass mit dem Regimente Brandenburg dasjenige holländische Regiment gemeint sei, dessen Inhaber nach des Markgrafen Ludwig 1687 erfolgtem Tode der Markgraf Friedrich Albrecht, Bruder des Kurfürsten, war und dass nach ihm eben das Regiment Brandenburg hiess und in obiger Liste vielleicht unter dem Namen Brander versteckt sei oder auch unter einem andern, das nicht mit dem Namen des Inhabers, sondern damaligen Comman- danten bezeichnet sei; seine Thaten kommen danach der holländischen Tapferkeit zu gute. Dafür spricht denn auch die Aufstellung bei der holländischen Garde in der Boyneschlacht, und dass es bei Limerick gleichfalls mit dieser Garde genannt wird. Wir können auch noch die erste Quelle, aus welcher Pufendorf und die ihm folgten, ihre Angaben über die Verluste der Brandenburger bei Limerick schöpften, nach- weisen. Kurfürst Friedrich schickte an Schmettaus Stelle den Bruder seines ersten Rathgebers Eberhard Dankelmann, Thomas Dankelmann, im April 1690 nach England als brandenburgischen Residenten und beauftragte ihn, den König auf dem irischen Feldzuge zu begleiten. Derselbe schickte nun regelmässig Berichte nach Berlin, scheint aber darin nicht irgend welcher Thaten oder Schicksale der branden- burgischen Truppen zu erwähnen), wozu ihm doch gewiss manchmal Gelegenheit geboten war und was der Kurfürst erwartet hätte, ausser bei dem vergeblichen Sturme

auf Limerick am 27. August 1690, über welchen er am 9. September meldet:bei der

neulichen Attakirung der Contrescarpe ist es sehr hart hergegangen, und hat siech das brandenburgische Regiment, so die erste Attake geführt, tapfer dabei gehalten, wie-

¹) Mörner p. 535: 7 Regimenter à 700 Mann ſeinschliesslich der Officiere), 2 nach OQudenarde, 1 gen Ath, 2 gen Mons, 1 gen Nivelles, 1 gen Namur, für monatlich 36,137 Fr. 10 Sous holl., und 1 Regiment Dragoner gen Brüssel oder Mecheln.

²) Bei Macaulay V.

³) Milit. Wochenbl. I. c.

*) Wenigstens erwähnt Ranke, der seine Berichte benutzte, dessen nicht.