Die Theilnahme der brandenburgischen Truppen an der Expedition Wilhelms III. nach England.*)
Die Theilnahme brandenburgischer Truppen an der englischen Expedition Wilhelms III. wird zuerst in folgender urkundlichen Weise erwühnt: 1) Im Jahre 1688 liess Kurfürst Friedrich von dem Hofmedailleur Faltz eine Denkmünze schlagen, deren Avers das Bild des Kurfürsten zeigt mit der Umschrift: Fr. III. Dei grat. March. Brand. S. R. Imp. Archicam. et Elector; die Rückseite enthält das Bild einer sinnend dastehenden Frau, welche den rechten Zeigefinger auf den Mund legt, mit der linken Hand ein Scepter ausstreckt; unten zur linken der brandenburgische Adler, in der Ferne eine Flotte; Umschrift: expeditio Britannica consilio et armis adjuta. 1688. Die stehende Frau soll Britannien vorstellen, die dem Prinzen von Oranien, dessen Kommen die Flotte andeutet, das Scepter und damit die Herrschaft darreicht; der Zeigefinger auf dem Mund soll das Geheimnissvolle der Unternehmung, der Adler aber die Theilnahme oder Unterstützung durch Brandenburg, wie sie die Umschrift ausspricht, bezeichnen. 2) Die Inschrift in dem Knopf des Marien-Kirchthurms, vom Minister Eberhard von Dankelmann aus dem Jahr 1695 herrührend, besagt:„Nachdem der glorwürdigste Kur- fürst Friedrich Wilhelm der Grosse a. 1688 den 29. Apr. höchstselig verstorben, ist dem selben in der Regierung, welche Gott auf lange Jahre segnen wolle, succediret die jetzo regierende Kurfürstliche Durchlaucht— Friedrich der Dritte dieses Namens, dessen grosse Thaten wir in der Kürze anzeigen wollen, indem er gleich nach ange- tretener Regierung, da der König in Frankreich den Frieden mit Deutschland ge- brochen, mit einigen wohlgesinnten Fürsten und Potentaten zusammengetreten und selbst in hoher Person mit einer ansehnlichen Armee, den Unterrheinstrom zu be- schützen, aufgebrochen, auch nachdem die Engeländische Freiheit vertheidigen helfen
*) Das Folgende war ursprünglich in etwas veränderter Fassung ein Vortrag, den der Verfasser am 16. Februar 1872 im Museum dahier hielt.
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