Aufsatz 
Die reduplicierten Präterita in den germanischen Sprachen / von Rich. Eduard Ottmann
Entstehung
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Roggv)a= germ. hauuan hat das präteritum Hjé: hehau whéhb hehö whes whHj; pl. Hoggom (aus germ. hehauuum= nord.*héhaggvum hedggvum hjaggvum hjgggvum hjoggom) mit übertragung des singular-o an stelle von g...

5. Wörter mit germ. 5(an. 5): 516 1 opfern'(Aᷣa fluchen', im part. lökenn verwirrt').¹)

16ʃ²) zu Mlöla ist mit H. als neubildung anzusehen: der übergang von*(zu l6ta) schuf hlöt zu blét um. Dieses*hlt seinerseits muss etwa durch die analogiebildung α:(féflök fe- flôOz*ffIO) flk= hlöta:*plöt entstanden sein.* wäre wol zu* geworden.

6. Verbum mit germ. F(aisl.- anorw. u, aschw. o): búa(aschw. 50a) bauen, wohnen'. Uber den wechsel von à und 5 vgl. Noreen§ 153 anm. 1.*hebz muss zu*ho hehb geworden sein, das der übergang von hehlop in(hhlop) hlöp und analogisch heboöt in*hoöt zunächst zu*h wandelte; weiter geht mit der überführung von*h1Op in nHIj6,*höt in*5jét die von*55 in 56 hand in hand. Dieses schlug dann dieselbe flexion wie m ein(sogar im pl. bjoggom).

Das altnordische kürzungsprincip gelangte nicht zu einer durchaus unbeschränkten herrschaft; denn die grundlage desselben konnte sich nur in den fällen bilden, in denen die wurzelsilbe sich dem sprachgetühle wirklich noch als solche darstellte. Ein urn.*ᷣι(germ.*Seꝛ⁰), prät. zn sisäen', wurde nicht mehr als reduplicierte form empfunden und musste dem regelrechten wechsel in sera(sora) an- heimfallen(H.). Nachdem slaha eschlagen' im urnordischen durch die zwischenstufe slau zu slä geworden war, konnte sich neben dem regelmässigen präteritum slé(aus*5!5½h) leicht sléra(slara) er- zeugen; denn: sera= slä: slera gewiss der augenscheinlichste fall der auf allen gebieten wuchern- den analogie. Zu säa verwüsten' muss ursprünglich ein mit dem prät. von säâ übereinstimmendes*sera bestanden haben, das durch eine schwache bildung ersetzt wurde. Dass bei rerb rera, dem präteritum zu röa erudern', das gefühl für vorhandene reduplikation ebenfalls verloren gieng, findet in dem gleich- klang mit(sexο)*serõ sera seine genügende erklärung. An stelle von*gegrö zu gréa'grünen, wachsen' trat grera(grora) nach massgabe des verhältnisses röa: rera= grôa: grera. Dieser ersatz eines urn.*gegro durch grera führte auch die neuschöpfung nera gnera bnera zu nùua gnùúa hnud (aschw. gnoa) zerreiben' statt des ursprünglichen*nenõ herbei und bildete zu snua drehen, wenden' das präteritum snera(später snara).

Wir sind mit unsrer darstellung zu ende. Der blick hat auf einem gebiete geweilt, wo das umschaffende wirken der die lautliche entwicklung durchdringenden analogie sich vor allem deutlich beobachten liess. Sie hat, vielfach von kleinen anfängen aus, schritt um schritt ihr bereich ausgedehnt und in unablässigem weben, das im allgemeinen erst mit der vollen ausgleichung ursprünglich gleich- artiger bildungen einen abschluss fand, den hergebrachten formen diejenige gestaltung verliehen, die, auf dem wege der lautgesetze für sie unerreichbar, die zusammengehörigkeit alter sprachgebilde im wesentlichen innerhalb der früheren grenzen, in nur wenig geschmälertem kreisse, neu erschuf: es waren auf dem boden des altnordischen ganz vereinzelte reste, die bei ihrem eigentümlichen lautstande sich der ausgleichung entzogen, und selbst an diese setzte die analogie junge triebe an. Die heutige sprach- wissenschaft verschliesst, sich nicht mehr der einsicht, dass sogar von einer verhältnismässig spär- lichen zahl von vorbildern ein umfängliches gebiet umgestaltet werden konnte. Das wird nur derjenige bezweifeln wollen, der beharrlich verkennt, dass die ausgleichende analogieschöpfung ihr fortwuchern successive treibt, und von ihr unbillig verlangt, dass sie alle ihre opfer auf einmal fordere'(Osthoff zur geschichte des perfekts' s. 48).

¹) Noreen§ 419 hätte sa verwüsten'(mit dem part. praet. sdenn) nicht dieser flexionsklasse einverleiben sollen. Es ist zu rda(räenn)'rudern' zu stellen und als präteritum*sera*sara(vgl. rera rera) anzusetzen. Der zu- sammenfall des präteritums mit dem von si säen' muss weiterhin die überleitung in die schwache flexion(sαο) ver- anlasst haben. 8

²) Gewöhnlich schwach blötada.

Druck von Ehrhardt Karras, Halle a. 8.