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(als variante Heinzelin 824). 5. ags. wdwan, ahd. wdjan wäjen wähen wden'wehen’ 6. ags. mdwan, ahd. mdjan mdan mähen'. 7. ahd. pdan bähan bähen'. 8. mhd. bræhen'riechen’ 9. ags. Srdwan, ahd. drd- jan drähan'drehen’ 10. ahd. drühen'duften’. 11. ags. cräwan, ahd. chräjan cräwan crden krähen“. 12. ahd. ldan„säugen'. 13. ags. bldwan, ahd. plähan blden blähen’ 14. ags. cndwan, ahd. Andan chnd- han Kennen'.
Germ. präterita: serô,*sprerô, skrerö sstrero],*wewo, Ememô, hebo, hebrõô, Sdedro 1, Sdedrô 2, ſekro, dedô, heblö,*kehnö. Das nebeneinanderbestehen von wgerm. Ssteröt,*skhreroöd(vorige gruppe) und*s/eot,*s hrebd schuf ein*seo, spreò, skreo[*streo] neben serô u. s. W.*wed, me? u. s. W. sind weitere analogiebildungen nach*seòo, spreò,*sxred vom gleichartigen präsens aus.— Wgerm. eb ist im ags. unversehrt erhalten: seGw, weom, mebw, dreöm, credm, hlebw, eneém¹); das auslautende w ist aus dem plural, wo es als hiatusfüllender laut sich vor folgendem u entwickelte, in den singular über- tragen.— Im as.-anfr., wo auch schwache bildung erscheint, ward das aus*seb hervorgegangene *seo- vor folgendem", das sich vor dem u des plurals als parasitischer laut gebildet hatte, zu*séu-; séuwun ward dureh verschmelzung des u und und dadureh bedingte ersatzdehnung zu séwun; im
auslaut hinwiederum musste w vokalisiert werden: séu.— Für das afries. müssen gleiche lautvorgünge angenommen werden: nur dass ein fhléwun den sing. blé entwieckelte.— Im ahd. sind von den präsens-
formen sdjan, wdjan, mdjan u. ä. aus schwache präterita eingetreten.
3. Wurzeln mit germ. 5(ags. d, afries. d, as.-anfr. 6= uo, ahd. 0 und frühzeitig uo). I. Voka- lisch auslautende stämme: 1. ags. spôwan, ahd. spuoen'gelingen“. 2. ags. rôwan'rudern’. 3. ahd. môen muoen mühen'. 4. ags. blôwan, as. blôian, ahd. bluoen'blühen’“ 5. ags. Flowan, ahd. gluoen glühen’. 6. ags. Frôman, ahd. gruoen grünen, wachsen*. 7. ags. fwan fliessen’. 8. ahd. druoen leiden’, 9. mhd. hrüejen brüen brühen’ 10. nhd. sprühen(mhd.*sprüejen, ahd. spruoen). 11. ags. hlowan, ahd.(h)luoen brüllen“ 12. as. dôian dôan esterben'²) II. Konsonantische wurzeln: Vhrôp(ags. hrôpan, afries. hropa, as.-anfr. hrôpan hruopan, ahd.(h)ruofan) rufen', Vhwöp(hn'opan,—,—,—) drohen', hloοbꝙ(—, Jlka, JId- kan ftuokan, swv. fluohhon) fluchen', Vblöt(bltan,—,—, pluozan) opfern“, ſwop(ags. wépan mit um- laut aus*wop-lan, afries. wépa=*wpia, as. wöpian woôpan, ahd. wuoffen aus*wuofjan) weinen.
Vokalische sippe: germ. ⁵sperò, rerô,*memô, heblö u. s. W. Infolge des nebeneinanderbestehens von sterôt, skrerôd und steöt,*skreõd kamen*peò, reb und weiterhin*meo,*hed u. s. W. zu stande. — Im ags. blieb edb bewahrt; das hiatusfüllende"» drang aus dem praet. pl.(und den präsensformen) auch in den singular des präteritums ein: speGw), reöw, hleöw, greuw, flebw, hleöm.— Afries. ohne belege.— Im as.-anfr. und ahd. schwache bildungen.
Konsonantische sippe. Das in weiterer analoger angleichung von den vokalischen stämmen aus verbreitete eõ erscheint in ags. hredp, hwedp, fledk, wedp.— Afries. belege fehlen.— Kürzung des ed zu eo= io= ie im as.-anfr.: hreop hriop, Ps. riep: weop wiop, Ps. wiep.— Ahd. gleichfalls eo= io(ia) ie. Wgerm. pleot musste zu eeoz(Epleoz) werden. Infolge der doppelheit skreot: skrenot, steoz: steroz wurde pleroz neben*pleoz herbeigeführt, belegt in der 3. pl. ind. pleruzzun(vgl. meine gramm. darstellung des ahd. glossars Rb s. 50) und 3. sg. opt. capleruzzi; die verdumpfung des o, durch die unmittelbare stellung vor r wesentlich gefördert, ist zunächst wol durch die u-färbung der präsens- formen(pluozit u. s. w.) veranlasst worden. ¹)
4. Wurzel mit germ. 2: ahd. bdan büwan(as. büwan, afries. bäwa, ags. ban) bauen, wohnen*³) Vereinzelte reste indirekter reduplikationsbildung liegen auf dem gebiete der west-
¹) Das north., das zwischen o und ea nicht sehr streng scheidet(Sievers ags. gramm. 8 150, 2), zeigt kürzung des diphthongs in den einschlägigen formen seaw cneaw, neben cneaw auch encw. Bezüglich des verhältnisses north. blew blewu bleuu zu ws. bledw vergleiche man north. cne(u)um eden knien' und lrewum„den bäumen’ zu ws. tredwum. — Vereinzelt zeigt sich— in verschiedenen wortklassen— ein übergang von ed in i0 und ie(belege bei Koch gramm. d. engl. spr. I 242); in jüngerer zeit ist ed vielfach der kontraktion in ausgesetzt.
²) Im wgerm. unbelegt ist(an. söa verwüsten', part. senn).
³) North. konj. DVaha= Spewa; vgl. oben note ¹).
¹) Osthoff TS eitr. VIII 559 nimmt an, dass nach dem verhältnis stöxan:*sterö und scrôtan:*skrerot sich das verhältnis pluosan:*pleruoz gebildet habe und bei der verkürzung der ersteren präterita zu steros screrot ent- sprechend*pleruoz zu pleruz geworden sei. Dieser ansatz scheint mir wenig überzeugend. Denn von der unwahrschein- lichkeit abgesehen, dass uo in einer solchen ausnahmestellung auftreten konnte, liegt die verkürzung des schlusssilben- vökals in 5e us, skrerot doch jedenfalls vor derjenigen zeit, die für die ausbildung eines diphthongierten*pleruos
efordert wird.
5 ⁵) Hierher würde noch nâ„zerreiben' gehören(got. b-nauan, an.*b-nia,[glnüua).


