2. Wurzeln mit germ. ai(ags. d, afries. 6, as.-anfr. 6, ahd. ei): Vskaih(scädan, skéetha, skédan, skeidan)'scheiden', Vhait(hôtan, héta, hétan, heizan) heissen', Naik(ldcan.—,—.,—) espringen', Vmait (—,—,—, meizan) schneiden“, Vsweip(swäpan.—,—, sweifan) winden*.¹)
vskerh(aus skeraih= skerap), weiterhin*εε ist als typus dieser klasse anzusehen. lelk und heht waren nicht mehr kürzungsfähig: 7 und hêet sind neuschöpfungen, wie auch die anderen zu- gehörigen präterita als analogiebildungen(sSkaihan:*&s ℳε.= swaipan: s„ p u. s. w.) gelten müssen.— Das ags. bewahrte die präterita heht und*lelk und bildete dieses zu leolc um, indem der übergang von rerd zu reord(I. 3) den wandel von lelc zu leolc veranlasste; daneben die jüngeren wgerm.
formen hét und léc, zu scddan das präteritum scéd.²)— Afries. hét und hit.— Im as. setzt ie älteres ũ fort: hét und weiterhin hiet; auch im anfr. hiet, skieth, mit einfachem vokal skid.— Ahd. é(mit laut-
verschiebung*sXéd, méz,*nhéꝛ), später als geschlossener laut in ea ia= ie gewandelt. Mhd.(h)eischen
.„ 2.„ 1 8 4 64 8 6 heischen'(kompos. rIelr-eischen terfahren, erfragen') aus ahd. eiscén hat neben der schwachen biegung das prät. iesch(vriesch); denn heizen: hiez= eischen: iesch.
3. Wurzeln mit antekonsonantischem germ. l²(ags. ᷣ%— ausserws. 6, afries. 6. as.-anfr. d. ahd. d): Vred(räé'òdan, réda, rddan, rätan)'raten', Vlet(latan, léta, lätan, läzan) lassen', Idréed(on-dra- dan,—, an-drãdan, in-trätan) fürchten', Vwet(—,—, far-wälan, fir-wäzan) fluchen, verdammen', slen (sld pan, slépa, släpan, släfan)'schlafen’, Vzrèet(—,—, grätan.—) weinen“, Vbez(—.—,—, bägan) estreiten’, Vbles(—,—,—, bläsan) blasen', Voréd(—, bréda,—, brdâtan) braten'.
Westgermanische bildungen sind srerd(aus srered= reréd) und lelt.¹) lét ist nicht aus *,elt entwickelt, sondern wie die übrigen wörter dieser gruppe analoge schöpfung nach rêd(= Frerd). — Das ags. hat neben den wgerm. formen réd, lét und den auf dem wege der analogie zu stande gekommenen präteriten-dréd und s!p ⁴) alte synkopierte bildungsweisen bewahrt. rerd wurde durch brechung zu reord. Dieses hinwiederum erzeugte on-dreordé) und leort(räédan: reord=-drdan:-dreord, aber auch= la tan: leort). Das einmal(chron. Sax. 852) belegte leot ist kompromissform zwischen leort und lét, wie ühnlich seolt, steold(1. gruppe) aus dem nebeneinanderbestehen von seorlt,*steorld und*selt,*steld hervorgieng.— Afries. 7t, slép im wechsel mit-formen(rüstr. Mt).— As. 6= ie: réd. lét,-dréd und ried, liet, dried; anfr. ie: liet, sip.— Ahd. 6 ea ia= ie, z. b. rét reat riat riet.
II. Verba mit dunklem laut(5, au, d) in der wurzelsilbe des präteritums.
Wenn für das behandelte gebiet einzelne formen des angelsächsischen den weg der entwicklung des reduplicierten präteritums kennzeichneten, so erweist für die dunkelvokalischen präteritalstämme eine kleine zahl alter sprachreste auf althochdeutschem boden zugleich mit der jüngeren ablautsgestalt, dass die umbildung sich hier ohne den verlust des stammhaften vokals vollzogen hat. Man könnte geneigt sein, grade in der fürbung des vokals, der bei seinem dumpferen timbre widerstandsfähiger er- scheinen mag, den grund der verschiedenartigen behandlung zu suchen. Immerhin darf dieses moment nicht einmal als annähernde erklärung gelten: die kraft des synkopierungsgesetzes auf dem gebiete der reduplikationspräterita, das lange laute verkürzte und die kurzen vokale zum ausfall drüngte, würde an sich wol auch zum schliesslichen schwund dunkler laute geführt haben. Die erklärung liegt in anderem. Die an zahl überwiegenden präterita mit d im auslaut, vertreten in den beiden gruppen des typus(ahd.) mö-en und sa-en, konnten bei ihrem vokalischen ausgang(germ. me-mô, se-sda= Se-ν = serõ) überhaupt keine einbusse des stammvokals erfahren; zu demselben ergebnis führten die vokalisch anlautenden stämme auk-, aud- ſaus-], die nur ein eauk, ²eaud[eaus] eok, eod*eνs] aus sich erzeugen konnten. ³) In gleicher weise sahen wir den einzigen vokalischen stamm mit heller
¹) ſaikc(got. af-ailcan verleugnen)), grundbed. abschütteln;— worüber zuletzt Osthoff PBbeitr. XIV 379 f.—, an. part. eilcenn„aufgeregt, rasend, wild', laih(got. ga- Pläihan'liebkosen'), frais(got. fraisan versuchenꝰ) sind für das westgermanische unbelegt.
2²) Die palatale kraft des(s)c' schuf zu scâdan die nebenform sceddan(vgl. Sievers ags. gramm.§ 76); in sceäd neben scèd liegt wol übertragung des präsensvokals vor.
²³) Das westgermanische enthält keine spur des ablautes 2—5 bei konsonantischer folge.
⁴) Ws. selten slœpte, ausserws. schwach épte(lepde).
⁵) North. ondreard, ws. zuweilen ondròdde.
) Von den 40 für das wgerm. belegten dunkelvokalischen prüteriten wirkten 12(typus ahd. mo- an)+† 14 (gruppe sä-an)+ 2(mit vokalischem anlaut)= 28, also über zwei drittel gegen die unterdrückung des o-lautes.


