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selbst teil. Abends stellten die drei oberen Klassen ihr Kontingent zu dem gross- artigen Fackelzug. der sich in rühmenswerter Einmütigkeit aus allen Schichten der Frankfurter Bürgerschaft gebildet hatte. Am 28. August fand in der Gymnasial-Aula ein Festakt mit Gesang und Deklamation statt, bei dem Professor Dr. Primer die Festrede über„Goethes Bedeutung als Dichter und Naturforscher“ hielt. Ausserdem waren zu der von dem Freien Deutschen Hochstift und der Deutschen Goethegesellschaft an demselben Tage veranstalteten akademischen Feier 50 Frei- karten für Lehrer und Schüler des Gymnasiums zur Verfügung gestellt worden.
Zur Feier des Sedantages machte die Anstalt am Morgen des 2. Sep- tember mit einem Sonderzug unter zahlreicher Beteiligung von Angehörigen und Freunden der Schule einen A usflug nach Wilhelmsbad. Nachdem der Direktor in einer Ansprache in Anknüpfung an die Goethefeier des Einflusses Goethes auf die nationale Entwicklung, sowie der Bedeutung des Tages selbst gedacht hatte, be- gannen die Turn- und Wettspiele. Obwohl ein trüber Wolkenschleier, aus dem von Zeit 2u Zeit reichliches Nass hernieder rieselte, die Sonne meist verhüllte, So liess sich die Jugend ihre Stimmung doch nicht trüben, zumal sie in den kritischen
Momenten in den weiten Sälen des alten hessischen Fürstenschlosses gastliche Auf- nahme und Bewirtung fand.
Am 14. und 16. Dezember wurden Die Perser- des Aschylus, übersetzt und ergänzt von H. Koechly, mit den von dem Erbprinzen Bernhard von Meiningen komponierten Chorliedern in der Aula von Schülern der oberen Klassen in bühnen- mässiger Darstellung aufgeführt. Wenn diese Vorstellungen durch den ungeteilten lebhaften Beifall, der ihnen von den zWweimal den Saal füllenden Zuschauern gespendet wurde, aufs neue bewiesen, dass die altklassische Kunst bei aller Einfachheit ihrer Mittel durch ihren reichen Gehalt an unvergänglichen, hohen, ächt sittlichen ldeen und die schöne keusche Form, in der sie Gestalt gewinnt, tiefgehende Wirkungen auch jetzt noch auf die verschiedensten Menschen erzielt, denen sich selbst Gegner und Ver— ächter antiker Bildung nicht ganz zu entziehen vermögen, so war dies neben dem dargestellten Kunstwerk selbst zunächst der begeisterungsvollen Hingebung zu danken, mit der sämtliche Darsteller des Dramas ihre Aufgabe erfasst hatten, sodann aber der energischen, zZielbewussten Leitung und Schulung dieses guten Wollens durch Herrn Schauspieler Hermann, der auch diesmal, in wirksamer Weise von fHierrn Professor Primer dabei unterstützt, die Inscenierung und Einübung des Dramas mit liebenswürdigster Bereitwilligkeit geleitet hatte. Einen Hauptanteil an dem Gelingen hatte endlich noch die anstrengende, aber erfolgreiche Einstudierung der schönen, den antiken Rhythmen angepassten Chorlieder des fürstlichen Kompo- nisten durch unseren Gesanglehrer Herrn Mauck.
Am Abend des 22. Dezember wurde unter leuchtenden Christbäumen eine Weihnachtsfeier abgehalten, bei welcher der Vortrag, der schon seit Jahren bei dieser Feier von uns benutzten Weihnachtsliturgie von A. Brede den Mittelpunkt bildete. Am Schlusse verteilte der Direktor 12 Exemplare der Urkunde über die Einweihung der Erlöserkirche in Jerusalem und Ansprache Seiner Majestät des Kaisers, die der fierr Kultusminister für würdige evangelische Schüler geschenkt hatte.


