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bedeutet; ebenso die kaltherzige, von Plutarch scharf getadelte Mahnung Catos, kranke und alte Sklaven möglichst schnell zu verkaufen, um keine unnützen Esser auf dem Gute zu haben.**) Die Sklaven waren gewöhnlich Kriegsgefangene, die ent- weder sofort auf dem Schlachtfelde von dem Quästor aus freier Hand verkauft wurden, oder durch Händler nach den Sklavenmärkten, wie solche besonders in Delos be- standen, gebracht wurden. Dort wurden sie mit anderen Unglücklichen, die aus Ländern, in denen Sklaverei bereits bestand, herbei geschleppt waren, wie eine Waare auf Gerüsten den Käufern zur Ansicht ausgestellt. Häufig waren es aber auch auf dem Gute geborene Kinder von Sklaven(vernae), die mit den übrigen die Sklavenfamilie bildeten. Beim Ankauf der Sklaven wurde von praktischen Landwirten wie Cato weniger auf Jugend und Schönheit, als auf Muskelkraft und Stärke gesehen. Die Gutssklaven waren teils Ochsen- und Pferdeknechte, teils Alpler und Weidehirten, Gärtner, Winzer und Feldarbeiter;:“*) sie wurden in Abteilungen von drei bis zehn Mann(decuriae) geteilt und gemeinsam, näufig von einem Aufseher(monitor) be- gleitet, ausgeschickt. Jedem wurde vom Verwalter, der Fähigkeiten und Körperbe- schaffenheit des einzelnen genau kennen sollte, seine Arbeit und die dazu nötigen Geräte zugewiesen. Die Werkzeuge mussten abends wieder abgeliefert werden. Die weiblichen Sklaven wurden meistens mit häuslichen Arbeiten beschäftigt,“) den Kindern vertraute man in weiser Sparsamkeit an Arbeitskräften das Hüten des Kleinviehs an. flirten, welche heiraten wollten, mussten kräftige Frauen wählen, die ihnen bei der oft schwierigen Bewachung grosser fHlerden, bei den häufigen Kämpfen mit reissenden Tieren in den Bergen, mutigen Beistand leisten konnten.²*) Mit Zauberformeln und Bannsprüchen mussten die Hirten wohl vertraut sein, um das Vieh vor unholden Geistern und dem bösen Blick zu schützen; der Obersenne, welcher wie heutzutage noch die Schäfer, die heilkräftigen Kräuter in Wald und Flur kannte, hatte nicht nur die Tiere, sondern auch die Gutsbewohner ärztlich zu behandeln, selbst Kenntnis des Lesens und Schreibens wurde von diesem weisen Manne verlangt. Die gefesselten Sklaven(compediti) erhielten ihre Nahrung in Brod, die übrigen in Getreiderationen, Oliven und geringem Wein. Je nach der geforderten Arbeitsleistung wurde an der Kost zugelegt oder abgezogen. Der Verwalter, die Verwalterin und der Schäfer er- hielten weniger als die Knechte, da sie keine schwere Arbeit zu verrichten hatten. ²*) Um sich gegen die winterfiche Kälte zu schützen, erhielt das im Freien arbeitende Gesinde warme Mäntel(saga) und Holzschuhe(Sculponeae). Jedem Sklaven wurden jährlich eine Tunika und alle zwei Jahre ein Mantel geliefert.**) Aus den abgelegten Kleidern sollten Flickröcke(centones) hergestellt werden. Im Sommer, besonders bei den Erntearbeiten, waren die Sklaven unbekleidet. Auf grossen Gütern liebte man es, Handwerker, besonders Schmiede, Küfer und Tischler anzusiedeln, wenn sich nicht
²³) Varro I. 17. Cato II.
*¹) equarius Pferdeknecht, bubulcus Ochsenknecht, opilio Schäfer, asinarius Eselwärter, subulcus Sauhirt, magister pecoris Obersenne.
**) Mütter von drei Söhnen erhielten Arbeitserleichterung, mehr als drei Söhne erwirkten die Frei- lassung. Col. IJ. 9.
26) Varro II. 10.
²⁷) Cato 50.
*s) Cato 50.


