Aufsatz 
Das lateinische Verbum in Sexta / von Waldemar Mohr
Entstehung
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delere das Zerstören, delendi des Zerstörens, delendo in Beispielen zunächst kaum zu verwenden dem Z., delere das Z., dagegen ad delendum zum Z., delendo durch das Z.

Die beiden Supina werden wieder als Vokabeln gelernt und noch ausdrücklich gesagt, dasszu zerstören' in den Uebungssätzen nie mit deletu übersetzt werden dürfe. Denn die passivische Bedeutung dieser Form begreift der Sextaner doch nicht. Von beiden können dagegen einige Beispiele in der lateinischen Lectüre vorkommen.

Um das über die Nominalformen des Verbums Gesagte kurz zusammenzufassen, so müssen alle diese Formen in Sexta gelernt werden. Aber die einen bleiben nur Vokabeln, für die es noch keine Verwendung giebt das sind der inf. perf. pass., die inf. fut. act. und pass., andere sollten nur in der lateinischen Lektüre vorkommen, wobei die leichteren beim Retrovertieren verwandt werden mögen dies sind das part. fut. act. und das gerundivum nebst ihrer Verwendung in der coniug. periphrast. activi und passivi, die beiden Supina, die übrigen sind auch durch Uebersetzung aus dem Deutschen einzuüben die part. praes. act. und perf. pass., die infinit. praes. act. und pass. und der infinit perf. act.

Wenn alle Formen von deleo gelernt und erklärt sind, werden nunmehr ab und zu alle von den einzelnen Stammformen gebildeten Formen hintereinander hergesagt, damit auch in der äusserlichen Anordnung die richtige Reihenfolge geübt wird. Vom Präsensstamm der bei den vier Conjugationen zunächst stets gleich dem Verbalstamm ist werden drei- zehn Formen abgeleitet, sieben im Aktiv(praesens, imperfectum, futurum I, imperativus, infinitivus praesentis, participium praeseutis, gerundium) und sechs im Passiv(statt der beiden letzten das gerundivum); vom Perfektstamm nur im Aktiv vier Formen(perfectum, plusquamperfectum, futurum II, infinitivus perfecti); vom Supinstamm zehn, drei im Aktiv (Supinum I, participium und infinitivus futuri) und sieben im Passiv(perfectum, plusquam- perfectum, futurum II, infinitivi perfecti und futuri; participium perfecti, supinum II).

I. Conjugation.

Wenn die zweite Copjugation gelernt ist, machen die übrigen Conjugationen nur noch wenige Schwierigkeiten, am wenigsten die erste oder a-Conjugation. Die Bildung der Formen kann jetzt der Schüler unter Leitung des Lehrers selbst vornehmen, er wird damit gleichsam der Gesetzgeber der Sprache, die er lernen soll(Meierotto bei Kübler, Semestralcurse des lateinischen Unterrichts in Sexta. Berliner Programm 1880.) Der Kennlaut der ersten Conjugation ist a. Die einzigen Abweichungen von der zweiten Conjugation sind die 1 pers. sing. indic. und der ganze coniunct. praesentis beider Genera. Sonst wird überall statt e und e: a und à gesetzt. In der 1 pers. sing. indic. praes. hat sich der Bildevokal o mit dem Kennvokal a zu o verbunden, und es ise daher aus ama-o-m: am-O, aus ama-o-r: am-o-r entstanden. Im Conjunctiv des Präsens finden wir als Modusvokal nicht a, wie bei deleo, sondern i, das wir schon von sim(s-i-m) her kennen. Dieser Modusvokal i verbindet sich mit a zu e, so dass dieses das Zeichen des coniunct. praes. ist: am-e-m, am-e-s, am-e-r, am-e-ris u. s. w. Sonst ist in der ganzen Conjugation nichts Neues zu bemerken; sie kann also schnell durchgenommen und gelernt werden.