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Bart der alten Weiber, den Wurzeln der Berge, den Sehnen der Bären, dem Hauch des Fisches und dem Speichel der Vögel. Diese unscheinbare Fessel war glatt und weich wie ein seidenes Band. Damit wollten die Götter den Weltwolf schnüren, doch dieser verlangte von Tyr zur Gewähr, dass man ihm keine Hinterlist sinne, dass er ihm seine rechte Hand zum Pfande in den Rachen stecke. Auf diese Weise gelang die Bändigung des Scheusals, aber Tyr verlor dabei seine Hand und darum ist er als Siegeverleiher in den Schlachten gewissermassen einseitig. Dem gierig um sich schnappenden Fenriswolf keilten die Götter ein Schwert zwischen die Kiefern und da liegt er nun an zwei Felsen gekettet. So wird wohl das ruchlose Verbrechen, das die menschliche Gesellschaft bedroht, durch das scheinbar schwache Band des Gesetzes gefesselt, und wie der Wolf durch das Schwert, durch den Bannspruch der Gerechtigkeit gebändigt. Heulend und Geifer speiend, liegt das Untier bis zum Tage des Weltuntergangs, wo es ein Sinnbild des später gleichfalls ge- fesselten Loki loskommt und sich den anderen Feinden der Götter zugesellt. Dann erscheint auch die in die Tiefe des Meeres gebannte Midgardschlange, die sich wie der biblische Leviathan um die Erde ringelt.
Was den dritten Teufelssprossen, die Totengöttin Hel, betrifft, so verbanden unsere Vorfahren ursprünglich damit nur einen räumlichen Begriff, wie die Ausdrücke„zur Hölle gehen oder fahren“ für„sSterben“ anzeigen; im Westfälischen bedeutet„Hellweg“ soviel als Totenweg. Der persönliche Begriff einer Totengöttin ist nach Golther erst eine spätere, spezifisch nordische Ent- wicklung und auch da empfängt sie nicht alle Toten, die zum Teil Odin und Freyja, andere wohl auch die Wassergöttin Ran in ihr Reich aufnehmen.
Der Weg zur Hel geht durch tiefe, dunkle Thäler, und ein Fluss trennt das Totenreich von der Menschenwelt; über ihn führt eine goldgedeckte Brücke, die eine Riesin bewacht. Xhnlich wie in der griechischen Unterwelt der Höllenhund Kerberos, so liegt auch am Eingang zur Hel in einer Felsenhöhle der Hund Garm, und dann schliesst ein Gitter mit einer Pforte die unter- irdische Behausung ab, die wegen der finsteren sie beherrschenden Nebel auch Niflhel(Niflheim) heisst.


