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Collegen die begeistertsten Zuhörer gehabt, obwohl ihn dies nicht hinderte, sei es durch allgemein anerkannte schriftstellerische Thätigkeit, sei es durch äusserst anziehende litterarisch-geschichtliche Vorträge auch bei dem grösseren Publicum beliebt zu werden und in ganz Deutschland sich einen angesehenen Namen zu erwerben. Er erkrankte dreimal im Laufe dieses Jahres, im Mai und im October um kümmerlich zu genesen, am 9. November um nicht wieder von seinem Schmerzenslager aufzustehen. Am 8. December wurde er unter grosser Theilnahme seiner Mithürger, pegleitet von sämmtlichen Lehrern und Schülern des Gymnasiums, zur Erde bestattet, wobei, nach einer herzlichen Ansprache seines Jugendfreundes des Herrn Pfarrers Roos, auch der Unterzeichnete einige Worte des Dankes und der Anerkennung seinem Gedächtniss widmete.
Sowohl in Folge dieses schmerzlichen Verlustes als um mancher andern Umstände willen war der Unterricht in diesem Jahr vielfach durch Uebergänge der Lehrstunden von einer Hand in die andere, durch Lehrerwechsel und Stellvertretung aller Art bedrängt und gestört. Von Ostern bis Pfingsten wurde eine besondere Lectionenvertheilung und ein besonderer Stundenplan gemacht, damit einer der Collegen(Herr Gillhausen) seinen militärischen Pflichten genügen könne; während dessen fehlte auch Herr Weidenbusch eine kürzere Zeit aus derselben Ursache. Um Michaelis zwangen andere Gründe zum Wechsel der Classenführung in Obersecunda, Obertertia B und Quinta B. Ausser manchen kürzeren Verhinderungen der Lehrer mussten die Herren Caumont, Gillhausen, Dr. Trieber, Erdmann, Prof. Dr. Oppel und Raabe längere Zeit wegen Krankheit vertreten werden; dazu kam, dass während mehr als der Hälfte des Schuljahrs der Creizenach'sche Unterricht zu besetzen war. Da nur wenige Hilfe von aussen herbezogen wurde(Herr A. Muriset für den französischen Unterricht in den Oberclassen, Herr Dr. W. Bauder für das Lateinische und Deutsche in Quinta A, Herr Stix für das Zeichnen), lastete fast die ganze Stellvertretung auf dem Lehrercollegium, das noch überdies mit weitläufigen Berathungen über wichtige Schulfragen, namentlich über die Einrich- tung von Wechselcöten und die Anordnung des geschichtlichen und des geographischen Unterrichts, gleichzeitig beschäftigt war. Wenn der Unterzeichnete anerkennen muss, dass die Lehrer die ungewöhnlich grossen Beschwerden dieses Schuljahrs mit williger Hingabe an die Amtspflichten ertragen haben, so darf er doch nicht unterlassen zu bemerken, dass eine dauernde Ueberbürdung dieser Art nur zum Nachtbeil des Unterrichts gereichen kann, zumal wenn— wie doch sonst allerseits gewünscht wird— die Zusammenlegung der Stunden auf den Vormittag aufrecht gehalten werden soll.
Dem Director wurde am 18. Januar 1878 von Sr. Majestät dem König der Rothe Adlerorden 4. Classe verliehen.
Für Ostern 1877 fand das schriftliche Abiturientenexamen am 14.— 20. Februar, für Michaelis am 15.— 21. August statt. Die mündliche Prüfung wurde, unter Vorsitz des Königl. Commissarius Herrn Provinzialschulrath Dr. Rumpel, am 19., 20. März und am 20. September abgehalten. Ent- lassen wurden mit dem Zeugniss der Reife: 3 1
a) Ostern 1877: 1. Alexander Sternberg, 19 Jahre alt, zum Studium der Philologie, nach Freiburg i. B.; Paul Katz, 18 Jahre alt, zum Studinm der Rechte, nach Heidelberg; Philipp Bayrhoffer, 20 Jahre alt, zum Studium der Theologie, nach Tübingen; Arthur Hanau, 18 ¾ Jahre alt, zum Studium der Medicin, nach Marburg; 5. Joseph Gottschalck, 19 ¾ Jahre alt, zum Studium der Medicin, nach Heidelberg. b) Michaelis 1877:. 6. Emil von Oven, 21 Jahre alt, zum Studium der Rechte nach Freiburg i. B.
Gymnasium 1878.
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