Aufsatz 
Einige Bemerkungen über den naturgeschichtlichen Unterricht am Gymnasium
Entstehung
Einzelbild herunterladen

24

zu Münster und zu Paderborn dem Studium der Theologie. Im Jahre 1868 legto er das Examen zur Leitung einer Mittelschule(pro schola et rectoratu) ab und übernahm das Rectorat der höheren Stadt- schule in Steinheim. Nach 4 ½ jühriger Verwaltung legte er 1872 dieses Amt nieder und besuchte 1872 1875 die Universitüten zu Berlin und Göttingen, wo er Geschichte und Philologie studirte. An der letztgenannten Universitüt legte er sein Promotions-Examen und das Examen pro facultate docendi ab. Im Herbst 1875 wurde er als Hülfslehrer an das kaiserliche Lyceum zu Metz, im Herbst 1876 als ordentlicher Lehrer an das kaiserliche Realgymnasium zu Gebweiler berufen; Ostern 1877 trat er in seine jetzige Stellung ein.

Wissenschaftliche Arbeiten sind von demselben folgende erschienen: 1. Geschichte der Stadt und Gemeinde Hagen. 1872. Dortmund. 2. Das Leben des Dietrich von Nieheim. 1875, Göttingen. Gregor XII. von seiner Wahl bis zum Vertrag von Marseille(in von Sybel's historischer Zeitschrift 1875.) 4. Die Chronisten und Chroniken des Dominikanerklosters in Dortmund. 1875. Dortmund. 5. Die Immunitüt von Metz von ihren Anfungen bis zum XII. Jahrhundert. Metz. 1877.

Friedrich Wilhelm Hermann Hugo Cuers, geboren zu Hirschberg in Schlesien am .5. December 1844, besuchte von Ostern 1854 bis Michaelis 1862 das Gymnasium seiner Vaterstadt, studirte in den Jahren 1862 1866 classische Philologie und Geschichte auf den Universitäten Halle und Berlin und trat nach Ablegung seiner Staatsprüfung vor der Königlichen Commission zu Berlin, und nachdem er auf Grund seiner Abhandlung Ueber Leben und Politik des Markgrafen Georg von Brandenburg am ungarischen Hofe⸗ von der philosophischen Facultät der Universität Berlin zum Doctor promovirt worden war, im November 1867 das püdagogische Probejahr am Königlichen Wilhelms-Gym- nasium zu Berlin an, war nach dessen Absolvirung ein halbes Jahr am Königlichen Gymnasium zu Bromberg und von Ostern 1868 70 am Gymnasium und zu Liegnitz ordentlicher Lehrer. Von dort ging er Ostern 1870 an die Realschule I. Ordnung zu Flberfeld über, an der er 7 ½ Jahr, zuletzt als ordentlicher Lehrer wirkte. Im Herbst 1877 wurde er an das hiesige Gymnasium berufen.

Gustav Richard Hauschild, Sohn des Cantors Hauschild zu Langenberg bei Gera, geboren zu Dorna bei Gera(Fürstenthum Reuss j. L.) am 10. September 1846, besuchte von Ostern 1857 bis Ostern 1866 das Gymnasium zu Gera. Mit dem Zeugniss der Reife ausgerüstet, bezog er Ostern 1866 die Universität Leipzig, um dort Theologie und Philologie zu studiren. Ostern 1869 bestand er vor der Königlichen Prüfungscommission zu Leipzig das Examen pro candidatura et pro licentia concionandi. Von da an bis Ostern 1870 war er Hauslehrer in dem Pensionat des Professors l'illing bei Altenburg, von Ostern 1870 bis dahin 1871 Lehrer am Institut Sillig zu Vevay. Nachdem er Johannis 1871 als Vicar an der I. Bürgerschule zu Leipzig eingetreten war, wurde er Michaelis des- selben Jahres ordentlicher Hülfslehrer an der neugegründeten höheren Bürgerschule für Knaben daselbst. Seit Johannis 1873 bekleidete er die 5. Oberlehrerstelle an derselben mittlerweile zur Realschule II. O. erhobenen Anstalt.

Einen grossen Verlust erlitt unsere Schule durch den Tod des Prof. Dr. Theoodor Creizenach am 5. December 1877. Schon seit dem Herbst 1860, am Gymnasium thütig, bekleidete er seit Ostern 1863 die Stelle des Hauptlehrers für Geschichte und Deutsch, namentlich in beiden Abtheilungen der Prima. Seine reich begabte Natur, unterstützt von vielseitiger Bildung, mit stets bereiter Erinnerung aus der Fülle der Kenntnisse schöpfend, schlagfertig wie wenig Andere in der Wahl des treffenden Ausdrucks und überhaupt von seltener jeden Hörer fesselnden Goewandtheit der Darstellung, dabei mitthoilsam und zugünglich-freundlich für Jedermann, hatte viele der glücklichsten Vorbedingungen für eine erfolgreiche akademische und publicistische Wirksamkeit. Aber doch war er der bescheidenen Stätte seiner eignen Jugendbildung treu geblieben und hat da in seinen Primanern wie in seinen