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Schwankungen im Druck des Gaſes, ſo hört man manchmal zwei oder drei Töne, die um etwa einen halben Ton verſchieden ſind.
Auch geſchieht es ſehr häufig, daß ein Ton ſcheinbar ohne jede Veranlaſſung genau um eine, zwei, ja drei Oktaven nach oben oder unten umſchlägt; die unten folgenden Tabellen geben hierfür mehrfache Belege. Hierbei iſt es beachtenswerth, daß bei ſtärkerem Gasdruck mehr die tiefen, bei ſchwachem dagegen die hohen Oktaven leichter anſprechen. Eine Verſchiebung der horizontalen Flamme nach der Seite, ſo daß das Zuſammentreffen kein centrales mehr iſt, hat bald eine Erhöhung, bald eine Erniedrigung des Tones zur Folge.
Betrachtet man die Flamme durch eine ſtroboſkopiſche Scheibe, ſo zeigt ſie in allen ihren Theilen, auch den blauen Stellen, eine horizontale Schichtung, während jener Grat im mittleren Theil vollſtändig das Verhalten der Flamme einer chemiſchen Harmonika hat.
Zunächſt galt es nun die Abhängigkeit der Tonhöhe von der horizontalen und vertikalen Diſtanz der Brenneröffnungen zu beſtimmen. Der Abſtand wurde hierbei von der Mitte der Brenneröffnung an gerechnet. Zur genauen Beſtimmung der Tonhöhe fehlte mir leider ein geeignetes Inſtrument, da die Lehrmittelſammlung unſeres Gymnaſiums weder ein hierzu taugliches Sonometer, noch ein Doppelfirnen beſitzt. Dieſelbe mußte daher nach dem Gehör mit Hülfe einer Violine beſtimmt werden, welcher Aufgabe ſich einer meiner Schüler in liebenswürdiger Weiſe und mit befriedigendem Erfolg unterzog. Weſentlich erleichtert wurde dieſe Aufgabe durch die Eigenthümlichkeit der meiſten Töne, die in ihrer Klangfarbe denen einer Violine ſehr ähnelten; erſchwert dagegen durch den Umſtand, daß die geringſte Bewegung ſofort eine, wenn auch kleine Aenderung in der Tonhöhe herbeiführten, ſo daß durchaus nicht in allen Fällen der Ton ein ganz reiner genannt werden konnte. Häufig waren zwei etwa um einen halben Ton verſchiedene Töne zu vernehmen, doch ließ ſich auch dann der vorherrſchende Hauptton immer unterſcheiden.
Für das eine Brennerpaar von 2 mm Oeffnung habe ich außerdem eine Anzahl Beſtimmungen der Schwingungszahlen nach einer allerdings etwas umſtändlichen Methode gemacht; die Reſultate ſind in Tabelle 4 mitgetheilt und zeigen eine ziemlich gute Uebereinſtimmung mit denen in Tabelle 1. Ich bediente mich hierzu der ſtroboſkopiſchen Methode, indem ich eine Scheibe von Cartonpapier mit 32 radialen Schlitzen durch ein Gehwerk bewegte, welches durch ein angehängtes Gewicht getrieben werden konnte; letzteres erſetzte ich durch eine kleine Wagſchale und beſchwerte dieſelbe ſolange durch Gewichte, quadratiſche Bleiplatten von 3mm Dicke, bis die Streifen in der Flamme ſtille zu ſtehen ſchienen. Dieſer Moment iſt nicht ſo ſehr ſchwer zu beobachten; ein Aufwärts⸗ bewegen der Streifen erfordert Zulage, ein Sinken Wegnahme von Gewicht. Daß trotzdem die Beſtimmung der Schwingungszahl nach dieſer Methode recht unzweckmäßig, weil außerordentlich zeitraubend iſt, bedarf keiner Verſicherung. Die Beſtimmung der Umdrehungszahl der Scheibe konnte aus der Fallzeit, die ſehr bald konſtant wird, und der bekannten Ueberſetzungszahl des Gehwerkes leicht berechnet werden. Bei den tiefen Tönen wurde außerdem noch der Controlverſuch gemacht, daß ich die Scheibe ſo raſch umlaufen ließ, bis die Streifen zum zweiten mal ſtille zu ſtehen ſchienen; als Umdrehungszahl mußte dann die doppelte gefunden werden.
Zum Verſtändnis der Tabellen ſei noch bemerkt, daß in der fünften Kolonne die Zahl enthalten iſt, die man erhält, wenn man die Schwingungszahl mit dem Quotient von vertikaler und horizontaler Diſtanz der Brenneröffnungen multiplizirt.


