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Flammen nicht nur einen ganz reinen, ſondern auch einen ziemlich intenſiven Ton, deſſen Höhe von dem Abſtand der Brennermündungen bedingt iſt. Eine eingehendere Unterſuchung der Entſtehungsweiſe dieſer Töne ſchien mir daher nicht überflüſſig.
Der Apparat, den ich zu den folgenden Unterſuchungen benutzte, beſtand aus zwei Schlitten, die in zwei zu einander ſenkrechten Richtungen auf einer ſtarken Holzplatte verſchoben werden konnten. Die Größe der Bewegung konnte bei dem einen Schlitten mit Hülfe einer Theilung in Millimeter abgeleſen werden. Auf letzterem war eine oben rechtwinklig umgebogene vertikale Gasleitungsröhre mit einer ſeitlichen Zuleitung für einen Gummiſchlauch angeſchraubt. Die Mündung war dem zweiten Schlitten zugekehrt. Letzterer trug eine ähnliche vertikale Gasröhre mit Zuleitung nur etwa ² ſo hoch, wie jene, in der durch eine Stopfbüchſe eine engere Röhre gasdicht und vertikal verſchoben werden konnte. Eine auf dieſer angebrachte Millimetertheilung geſtattete die Größe einer vertikalen Verſchiebung zu beſtimmen. In die beiden beſchriebenen Gas⸗ röhren konnten mittels Korkſtopfen die eigentlichen Brenner⸗Spitzen befeſtigt werden. Dieſelben beſtanden aus 30 mm langen und 6 mm weiten Meſſingröhren, die oben mit central durchbohrten Platinblättchen geſchloſſen waren. Ich benußzte deren drei Paare von 2, 1.5 und 0.8 mm Durchmeſſer der Bohrung.
Mit Hülfe dieſes Apparates war ich nun im Stande, zwei Gasflammen, die eine vertikal, die andere horizontal, gegen einander brennen zu laſſen und gleichzeitig den ſenkrechten und horizontalen Abſtand der Brennermündungen zu beſtimmen, und ſchließlich konnte man noch das Gegeneinanderbrennen der beiden Flammen durch Verſchieben des zweiten Schlittens in jeder Weiſe modifiziren.
Die erſte Beobachtung mit dieſem Apparat war nun die, daß die beiden Flammen weder ungleich zu ſein brauchen, noch auch an einander vorbeibrennen müſſen. Im Gegentheile entſtand der reinſte Ton bei vollſtändig centralem Aufeinandertreffen. Dieſe Erſcheinung iſt durchaus erklärlich, wenn man die Bildung der tönenden Flamme ins Auge faßt. Oeffnet man nämlich den Hahnen des vertikalen Brenners vollſtändig und dann den des horizontalen allmählich, ſo beobachtet man, wie die ſenkrechte Flamme zurückgedrängt und etwas abgeplattet wird und ſich dabei ſtark verkürzt, die horizontale dagegen plattet ſich an jener bedeutend ab und theilt ſich in zwei Zacken, ſo daß nun die eine, vereinigte Flamme zwei ſeitliche und eine mittlere Zunge hat; dabei iſt ſie gegen den horizontalen Brenner etwas konkav gekrümmt. Die Stelle, wo die horizontale Flamme die vertikale trifft iſt durch ein nach oben offenes U⸗förmiges Gebilde von rothglühenden Gastheilchen bezeichnet. In dem Moment nun, wo das Tönen beginnt, verlängert ſich der mittlere Theil um ein beträchtliches, und es erſcheint auf demſelben ein ſcharfer leuchtender Grat, der die eigentliche Urſache des Tönens zu ſein ſcheint.
Hieraus, ſowie aus den folgenden Verſuchen, erhellt zunächſt, daß die eigentlich tönende Flamme die vertikale iſt und daß dieſelbe durch die horizontale nur in Schwingungen verſetzt wird, wie dies ja auch natürlich iſt, wenn man bedenkt, daß unter ſonſt gleichen Umſtänden die ſenkrechte Flamme ſtärker ſein muß, wie die wagrechte. Erfolgt das Ausſtrömen des Gaſes durchaus gleich⸗ förmig und werden alle Störungen durch Luftzug von den Flammen abgehalten, ſo geben dieſelben einen reinen, ziemlich ſtarken Ton, der ſich ändert, wenn man die eine Flamme ſeitlich verſchiebt. Iſt die Luft nicht ganz ruhig, oder machen andere Störungen ihren Einfluß geltend, wie z. B.


