Aufsatz 
Hugo I. der Heilige, Abt von Cluny : 1. Teil
Entstehung
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2. Mittheilungen an das Elternhaus.

Noch einmal die Bibliothek! Neben den anerkennenden Bemerkungen des Ministerial- commissarius, des Herrn Geheimen Regierungsrathes Dr. Stauder bezüglich der Thätigkeit der Stadt für die Ausgestaltung und Ausstattung des Schulwesens ging auch eine Klage her über die mangelhafte Dotation der Bibliotheken in den höheren Schulen. Wir hofften schon, dieselbe habe in den uns zugewandten Familien einen erfolgreichen Eindruck gemacht, als uns bald nach- her 10 Mk. und dann 20 Mk. zugingen für die Bibliothek mit der Bemerkung, dass privatim eingetreten werden müsse, da die Stadt zur Zeit nicht in der Lage sei, dem Uebel abauhelfen, aber wir hatten uns getäuscht, es folgte den einzelnen Wellen keine Flut. Für die Schüler- bibliothek gingen einige Gaben ein, die uns allerdings willkommen waren und mit Dank empfangen wurden, aber an systematische Ausführung eines umfassenden Planes konnten wir nicht denken. Hoffentlich erinnern sich die Eltern unserer jetzigen Schüler und die vielen früheren Schüler dieser Frage, wenn wir in das neue Schulhaus hinüber ziehen. Das wäre ein passendes Angebinde für das junge Haus. Wir verweisen zu diesem Zweck noch einmal auf den»Katalog für die Schülerbibliotheken höherer Lehranstalten, nach Stufen und nach Wissenschaften geordnet von Dr. Georg Ellendt u. s. w., 2. Ausgabe, Halle, Buchhandlung des Waisenhauses 1878. Wenn wir unter dem Wehen der Fahne, welche uns die ehemaligen Schülerinnen der Muster- schule, deren Söhne die Schule besucht haben oder noch besuchen, zweifellos für den feierlichen Augenblick des Umzuges und für die kommenden Zeiten widmen werden, wenn wir unter dem Wehen dieser schönen Fahne aus dem alten Schulhause in das neue hinüberziehen, dann finden wir auch dort hoffentlich aus den Gaben jener vielen Männer und Jünglinge, welche der Schule ihre Jugendbildung verdanken eine Büchersammlung aufgestellt, oder es werden uns die Mittel zu einem planvollen Vorgehen in dieser Richtung gereicht. Wir haben das 75jährige Bestehen unserer Anstalt im Jahre 1878 stillschweigend übergangen, aber wir hoffen, dass was jener Feier gebührte, für deren Einzug in das neue Haus uns vorbehalten bleibt.

Planloses Naschen aus allerlei Büchern ist gewiss schädlich, aber mässiges planvolles Lesen ist vom höchsten Werthe; ohne dasselbe lässt sich unsere Aufgabe kaum lösen. Es ist überall als eine begründete Anforderung erkannt, dass eine höhere Schule eine Bibliothek für die Schüler besitze, durch welche das Lesebedürfniss der Schüler unter Leitung der Lehrer befriedigt, der Unterricht fruchtbar erweitert, wohl auch bei den Leseträgen dieses Bedürfniss angeregt werde. Wir hesitzen davon bisher nur schwache Anfänge und haben auch auf dem gewöhn- lichen Wege keine Aussicht das Ziel zu erreichen.

Hoffentlich ist es das letzte Mal, dass wir diesen Gegenstand zur Sprache bringen, wenn wir unsern Dank aussprechen für die Erfüllung unsres Wunsches.

Musterschule 1879. 7