72 Löhrgasse.
6 und die Nachbarhäuser bilden die malerische Häuser- gruppe um den Eisernen Turmf, sämtlich mit stark vor- springendem UÜberhang, der bei Nr. 6 auf einfachen Barock- konsolen ruht; ebendaselbst an einem Fenstersturz ein Zunft- wappen, Anker und Fisch(Schiffer und Fischer). S. Tfl. XXI.
9.„ZumRheinberg“(Salzberg, Schirmberg, Engländer). Schöne Hauspforte f, mit dem darüberliegenden Fenster architektonisch zusammengezogen. Über der Pforte in Relief zwei Putten, die einen ovalen Schild mit der Inschrift„Zum Reihnberg“ halten; die Putten sitzen auf einem mit Wald bewachsenen Berg; seit- lich des linken Schildhalters liegt der Flussgott Rhenus, auf eine Urne gelehnt; aus ihr strömt der Rhein am Fusse des Berges hin. Sinnige Darstellung des Hausnamens„Zum Rhein- berg“. Die Türe mit guter Schnitzarbeit und schmiedeeisernem Oberlicht, deren schöne Messingbeschläge in der letzten Zeit ver- schwunden sind; um 1780.
11.„Zum roten Kissen.“ Laubenarchitektur, in den Bogen- schlussteinen groteske Masken(die gotische Madonna, ist ebenso wie die im Löhrgässchen Nr. 16, ein Gipsabguss nach dem Original am Hause Schusterstrasse 35).
13.„Zum fünften Reis, Comersee.“— Ursprünglich drei- stöckige, interessante Barockfassade mit schönen vertikalen Ver- hältnissen(vergl. Emmeransstrasse Nr. 22 u. Rechengasse Nr. 5). In der Mitte des 1. Stockes unter einem Baldachin: Standbild des hl. Johannes Nepomuk; gute Arbeit. Unter dem Sockel der Figur ein längliches Schild mit reicher Rokokoumrahmung. Darin ein Hochrelief, darstellend: einen See mit Schiffen, im Hintergrund eine befestigte Stadt(Como). UÜber dem Bilde in einer Kartusche die Inschrift: ZUM COMR SEE. Die Fenster des 1. und 2. Stockwerks sind am Sturz mit grossen Rokoko- kartuschen versehen; die beiden mittleren tragen die Jahres- zahl 1754.
Sollte das Haus mit einer stärkeren Einwanderung italienischer Handelsleute um die Mitte des 18. Jahrh. zusammenhängen? Vergl. Kurf. Osteins Fürsorge um die Hebung des Mainzer Handels. Eine zeichnerische Aufnahme dieser, den Typus des bürgerlichen Wohnhauses repräsentierenden Barockfassaden aus der Zeit um die Mitte des 18. Jahrh. wäre eine dank- bare Aufgabe. In Betracht kämen etwa Emmeransstrasse Nr. 22, Rechen- gasse Nr. 5, Seilergasse Nr. 4 u. a.
14. Im Erdgeschoss Barockfenster und Barockportal mit Oberlicht, auf dessen Sturz groteske Maske; auf dem Türsturz ein Zunftwappen(Weissgerber, s. Tfl. XXI) und die Jahreszahl 1738. Die oberen Stockwerke Fachwerk.


