66 Leichhofstrasse— Liebfrauenplatz.
Leichhofstrasse.
1.„Zur Bechtelmüntz“(s. u. Nr. 5). Der Erker nach der Augustinerstrasse zu ist Fachwerk, das jetzt beworfen ist; die Konsolen des Erkers sind neu. Wenn es gelingen sollte, das Fachwerk des Erkers wieder freizulegen, würde das Strassenbild noch malerischer werden.
2(u. 4). Grosser und kleiner Gaukelstein, Landskrone.
Im Hausgange(Grebenstrasse) kleine Muttergottesfigur (halbe Lebensgrösse), zirka 1720. Die Vergoldung z. T. noch alt. Die Figur stand ursprünglich an der Fassade des Hauses.
4. Im Erdgeschoss des einfachen Barockbaues Lauben- architektur. Die Bogenschlussteine mit 4 guten grotesken Masken. 18. Jahrhundert.
5.„Zur Bechtelmüntz, zum Frauenstein.“ UÜber den Umfang dieses alten Patrizierhofes s. Schaab I, 448 u. 467. Im Erdgeschoss reich verzierte Lauben und Fensterarchitektur, die letztere scheint später eingesetzt. Die Bogenschlussteine mit Rokoko-Kartuschen und grotesken Masken. Der zweistöckige Oberbau bildet einen UÜberhang aus Fachwerk. Auf dem einen der beiden Giebel des- selben: Wetterfahne mit reicher Schmiedeeisenarbeit.
7. 9.(Vergl. zu Nr. 5). An der Ecke Konsole mit grotesker Maske, die den Uberhang trug.
Liebfrauenplatz.
Vom Liebfrauenplatz bis zum Höfchen und Gutenbergs- platz zieht sich eine für das innere Stadtbild des alten Mainz charakteristische Platzgruppe mit einer ganzen Reihe male- rischer Platz- und Architekturbilder, deren Hintergrund viel- fach der Dom mit seinen Türmen bildet. Unvergleichlich wir- kungsvoller muss das Bild gewesen sein, als noch die Liebfrauen- kirche mit ihren herrlichen gotischen Formen dem Dome nach Osten hin vorgelagert war. Die noch zahlreichen Ansichten aus dieser Zeit, die zum Teil in dem Mainzer Saal der städtischen Gemäldegalerie ausgestellt sind, kommen bei der Rekonstruktion des ehemaligen Bildes der Phantasie zu Hülfe. Vergl. auch Schneider, Darstellungen der Stadt Mainz und ihrer Denkmäler. Ausstellung 1879. Als Standpunkte für die Strassen- und Platz- bilder, sowie für die Architekturgruppen könnten gewählt werden: für den Blick nach dem Dome: die verlängerte Fischtorstrasse, die Ecke an der Rotekopfsgasse, die Ecke der Seilergasse und der Mailandsgasse.— Für den Blick nach dem Fischtor: der Ostchor des Domes; für die Häuser am Markte: der Domeingang am Markte.


