Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Ingelheimer Aue- Inselstrasse Johannisstrasse. 55

In dem zum Teil umgebauten Innern befindet sich im oberen Stockwerk ein grosser Saal, von dessen ursprünglicher Dekoration nur noch an den Wänden Pilaster mit Kapitälen(Stil Louis XVI.?) erhalten sind. An der Decke des Treppenhauses ist ein Wappen angemalt(ob alt?). Uber ähnliche Anlagen vergl. Renard, Bonner Jahrb. B. 100, S. 66 ff.

Inselstrasse.

3.Zum Lindenbaum, Heidelberg, Pfauenapotheke. Haus- pforte(im Stile Louis XVI.), deren von 2 Konsolen getragenes Ge- sims mit dem Gurtgesims des 1. Stockwerks verkröpft ist. Uber der Pforte ein vergoldeter Pfau in plastischer Darstellung. Die Haustüre mit Schnitzereien im Stile Louis XVI.

4. Laubenarchitektur. Zwischen den beiden mittleren Bogen eine mit Festons umgebene Hausmarke. Ende des 18. Jahrh. S. Tfl. XXI.

5.Zum schwarzen Rade. Einfache Pforte und Fenster. Um 1750 60. An der Haustüre Schnitzereien in Rokoko.

Johannisstrasse.

5. Zum ehemaligenMichelshof gehörend. Am Schluss- steine des Hoftores ein Wappen, in dessen Schilde eine Hausmarke: A mit aufgesetztem Doppelkreuz, darunter 3 Sterne. Als Helm- zier eine menschliche Halbfigur(Mönch?), die das gleiche Zeichen wie das Wappenschild hält; za. 1700. s. Tfl. XXI. Im Hofe an der Rückwand des nach der Heiliggrabgasse zu liegenden Hauses die Reste eines spätgotischen Bogenfrieses; stark ausspringende, nach unten im Bogen sich verjüngende Kragsteine, die an ihrer Vorderseite durch gotisches Masswerk(Dreipässe) verbunden sind*); über dem Bogenfries noch die Reste eines Zinnenkranzes, Schaab I, 534 u. 365(38). Gudenus bemerkt II, 539 unter Domus Michaelis: Anno 1724 immutata penitus, vetustatis pristinae prae se fert amplius nihil. Also muss zwischen 1724 1747 ein Umbau stattgefunden haben. Die wenigen noch erhaltenen Reste lassen darauf schliessen, dass wir es hier mit einem einst reich ausgestatteten, gotischen Wohnbau zu tun haben, der leider, wie auch das HausZum Frosch,Zum Pilgrim,Silberberg und wohl noch manches andere, im 19. Jahrh. verschwunden ist.

*) Der Bogenfries an dem alten Turme im Hause zum Silberberg (siehe Markt Nr. 31/33) zeigt dieselben Formen. Vergl. die Handzeichnung J. Lindenschmits vom Jahre 1807, jetzt auf der Mainzer Stadtbibliothek. Die Forman der Architektur und der Schilde weisen auf die 1. Hälfte des