Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Carmelitenplatz. 31

Carmelitenplatz.

2. Rosenbaum, Rosengarten, Rosental, Bubenheimer Hof, Mainzer Hof. Ausführlicheres über die Geschichte des Hauses bei Schaab I, 550 f. und 552. Erbaut nach Schaab 1786. An der abgerundeten Hausecke breiter Balkon mit vornehmem Schmiedeeisen-Geländer. Die den Balkon tragenden Konsolen sind mit Festons und einem Trophäenmotiv(auf ein Band gereihte, flachliegende runde Scheiben) verziert. Das Innere wurde im 19. Jahrhundert umgebaut; es soll noch eine Stuckdecke vor- handen sein. Der Verfasser der antiq. Wanderg. f. 57 bemerkt noch,es hat eine schöne mit Bildhauerarbeit und allegorischen Figuren gezierte Fassade mit einem Balkone usw. Der Bau gehört in den Kreis Rheinstrasse 91,(in demselben Jahr erbaut) und Emmeransstrasse 30.

3. Einfacher Barockbau. Im Erdgeschoss eine einfache Pforte mit Kartusche im Sturze; schöne schmiedeeiserne Fenster- körbe. Erste Hälfte des 18. Jahrh.

4.Zum grossen Marschalk,Stockheimerhof,Walder- dorferhof(Schaab I, 529). An der Fassade Standbild der Muttergottes mit Christuskind, auf der Mondsichel stehend, in Muschelnische, darunter eine Kartusche mit der Inschrift:

SVB TVVM PRAESIDIVM

(unter deinem Schutz etc. möge dieses Haus stehen); rechts und links davon zwei Wappen(Greiffenklau und Walderdorf). Im Hofe am Seitengebäude rechts im Erdgeschoss Loggiaf, aus 3 Bogen in Rustika bestehend; die Bogenschlussteine mit grotesken Masken, an der Decke der Loggia Stuckdekoration. Vorderhaus: An der Haustüre reiche schmiedeeiserne Bänder, zum ersten Stock führt eine breite, mit prächtigem schmiede- eisernem Geländer versehene Steintreppe. Im Gitter sind wiederkehrend die verschlungenen Initialen J. H. W., ebenso die viergeteilten Wappenschilde, zwei Querbalken und Löwe wechselnd (Walderdorf) eingefügt. Der Löwe ist jetzt herausgebrochen.*) Treppenhaus und Flur des ersten Stockes sind mit Stuckdecken in Rokoko verziert. An der Wand des Treppenhauses das Walderdorf'sche Wappen in Stuck mit reicher Rokokoumrahmung. Im ersten Stock ein Saal mit Stuckdecke, reichem umlaufendem Fries und Zierfeldern über den Flügeltüren. Mitte des 18. Jahrh. Auf dem Dache prächtige schmiedeeiserne Wetterfahne (der aufgerichtete Löwe und ein Bogenschütze).

*) Vielleicht schon zur Zeit des Wappensturmes während der ersten

französischen Okkupation 1792 93, dem bekanntlich so viele Wappen an den Adelshöfen der Stadt zum Opfer fielen, vergl. u. a. d. kurf. Schloss.