Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
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Bleiche, mittlere. 27

Sage, die in den demnächst erscheinenden Aufzeichnungen des ehemaligen Stephanstürmers Schneider sich vorfindet. Wir geben sie im Wortlaut wieder:

Ohne Grausen kann man nicht von der Höhe des Fort Georg Sebastian hinunter in den Alt-Münsterweiher sehen. Bei der grossen 1770 Jahre(d. h. im Jahre 1770) herrschenden Theuerung ging ein armes Weib, das auf der mittleren Bleiche wohnte, viele Kinder, kein Brod hatte, Abends von Haus fort, stürzte sich von der Anhöhe in den Weiher mit grossem Ge- schrei. Man eilte mit einem Nachen herbei, zog sie aus dem Wasser, allein sie war schon todt. Alle Monat, wann sich der Mond füllte, wurde sie von vielen Menschen gesehen. Um Mitternacht kam sie den Wall herunter, ging ihrer Wohnung zu. Auf der mittleren Bleiche ist ein Haus, daran ein schönes Marienbild, vor welchem die Nachbarsleute des Nachts Licht brannten. Wenn sie an das Haus kam, konnte sie nicht vorbei- gehen, laut jammernd ging sie wieder zurück, man hörte dann einen Plump, als wenn sich eins ins Wasser stürze, dieses ging soviele Jahre durch; dermalen hört, siehet man nicht mehr, man lacht darüber.

Im Hofe am Rückgebäude ist im Erdgeschoss als Schluss- stein das Gensfleischische Wappen(Schottenmönch) eingemauert; ursprünglich befand er sich als Schlusstein am Torbogen, wo ihn im Jahre 1830 der Mainzer Geschichtsschreiber Schaab hatte anbringen lassen. Schaab hatte ihn in den hiesigen Festungsmauern vor dem Münstertore eingemauert gefunden und ausbrechen lassen, vergl. Schaab Erf. d. Buchdruckerkunst, II, S. IV f. Anm.

35. Kleines Hochrelief Krönung Mariä. 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

40. Ehemals zumElzer Hof' gehörend; Schaab II, S. 299 f. antid. Wanderg. 131 f. Portal, dessen grosser Bogen von Pilastern flankiert; auf dem Gesims zwei mit Festons behängte Vasen(Stil Louis XVI.), daneben ein von schweren dorischen Säulen getragener vestibülartiger Vorbau. Im ersten Stocke inzwei Sälen reiche Stuck- decken, Doppeltüren, Sopraporten(eine davon Bestrafung Amors dem gefangenen Amor werden die, Flügel beschnit- ten kehrt im ehemaligen Bentzelschen Hof, Mitternachtsgasse 1, wieder) und zwei künstlerisch ganz hervorragende Kamine. Alles im Stil Louis XVI.(Abb. Tfl. XII.) Die in derselben Flucht liegenden Säle im jetzigen Nachbarhause(höhere Mäd- chenschule) zeigen dieselben Dekorationsformen, allerdings in ruinösem Zustande, vergl. zu Bauhofstrasse 7.

65 u. 67. Bauhofkaserne, ehem. kurf. Sattelkammer(Militär).