Birnbaumsgasse— Bischofsplatz. 21
2,1 viereckigen Schnallen(? Hämmern?) und geflügelter Helmzier, zwischen deren Flügen eine runde Schnalle, entsprechend links im Wappenschild die Jahreszahl 1707. Die übrige Fläche der Decke und ebenso die starke Voute wird ausgefüllt mit dem für diese Zeit charakteristischen Akanthusrankenwerk“*), dessen Blätter aber mehr einen knospenartigen Charakter tragen. In der Mitte der Voute sieht man auf den vier Seiten aus den Ranken heraus- wachsende, nackte Putten, die Symbole der 4 Jahreszeiten(?) tragen; in den 4 Ecken herzförmiges Muster, das von Zweigen eingeschlossen ist. Verwandte Ornamente: Brand Nr. 7(weisse Taube), Emmeransstrasse Nr. 37(Zum Baumgarten), Neutor- strasse Nr. 3, Seilergasse Nr. 1, Synagogenstrasse 15,(zu grosse Bleiche Nr. 48 gehörend, s. daselbst).— Das Geländer der Treppe zeigt ein in Holz geschnitztes Rokokomuster.
*) Die Stuckdekorationen in Bamberger Bauten des Kurfürsten Lothar Frz. von Schönborn(1695— 1729, seit 1693 Fürstbischof von Bamberg) zeigen ganz ähnliche Muster(vergl. Weigmann, Bamberger Künstlerfamilie, Strassburger Studien B. 34. Tfl. 28— 30). Auch in der Kapelle des Klosters Eberbach findet sich dieses Muster. Zu der im Jahre 1702 begonnenen Wiederherstellung dieses Klosters lieh der Erabischof Loth. Frz. v. Schön- born tatkräftige Hilfe, vergl. Luthmer, Baudenkm. des Rheingaues S. 146. Abgesehen von der durch den Zeitgeschmack bedingten Ahnlichkeit der Formen, ist die Möglichkeit nicht ausgeschlossen, dass unter Lothar Franz Bamberger Stukkateure auch in Mainz gearbeitet, zum Teil sich auch dauernd niedergelassen haben(vergl. Wild, Lothar Franz von Schönborn, bes. S. 168 ff.). Nach dem 1. Viertel des 18. Jahrh. tritt in der Mainzer Stukkatur an Stelle dieser Akanthusranken das Bandwerkmuster.
8— 10. Torbogen mit Maske, am Seitengebäude im Hofe schönes Pförtchen mit Treppe, der Schlusstein ist mit Akanthus- laub, die Sockel der Gewände mit Flachornamenten(Akanthus- ranken) geziert, bez. 1720.
Bischofsplatz. 1. Bischöfl. Hausf, ehem. Domkustorie(Geistlichkeit).
2. Im ersten Stock eine Stuckdeckef(Geistlichkeit).
8.„Zum Taunus, zum Jagdteufel.“ Nach der Johannis- strasse zu eingemauert ein kleines Wappenschild mit drei ge- zahnten Streifen vergl. Antiq. Wanderg. 4/5: Lehne hielt ihn für ein Wappen eines Seitenstammes des berühmten Mainzer Pa- triziergeschlechtes de Turri, vom Turm(Turn). Das Wappen wurde 1825 bei einer Reparatur des Hauses entdeckt; wie das Wappen an das Haus gekommen, ist unbekannt; über das Wappen der de Turri S. Gudenus II, 466, Tafel.
12.„Zur Steckelnburg“(Steklenburg), ehem. Domkurie. Schaab I, 571 f. Würzburger Kreis-Archiv, Mainzer Domkapit.


