Aufsatz 
Verzeichnis der Kunstdenkmäler der Stadt Mainz : 1. Teil. Privatbesitz
Entstehung
Einzelbild herunterladen

10 Augustinerstrasse.

Augustinerstrasse.

1. EhemalsZur Altenburg(Schaab, I. 442), spätgotische Hauspforte. Die Türe zeigt Holzschnitzerei im Stil Louis XVI. Daneben die alte Ladenauslage, wie sie vor drei Jahrzehnten noch häufiger an Bäckerläden zu sehen war, jetzt aber in Mainz fast vollständig verschwunden ist. Die Ladenauslage dieses alten Backhauses war ursprünglich ein gotisches Fenster, dessen Spitzbogen jetzt noch unter der Holzverkleidung sichtbar ist.

Vielleicht geben hier einmal erfolgende Abbruchsarbeiten etwas Auf- schluss über den sagenhaften Palast des merovingischen Königs Dagobert I. und den Lauf der älteren Stadtmauer, vergl. Schaab I, 184.

23. Adlerapotheke, ehemalsZur grossen Eiche(Schaab, I. 461 f.). Ehemals Eigentum des Patriziergeschlechts derer zum Salmann. Nach der Strasse zu: Laubenbogen(18. Jahrh.). Im Hofe: im ersten Stock Reste einer jetzt zugemauerten Holz- galerie†; zwei hölzerne Eckpfosten mit schöner Schnitzerei (Renaissancemuster); ebensolche Eckpfeiler im Erdgeschoss beim Eingang zu einer Treppe und an der Ecke der Rückseite des Hauses. Diese Säulen dienten als Träger für die Galerie. Auf einem Fenstersturz die Jahreszahl 1696. Im Erdgeschoss des Rück- gebäudes eine Pforte, im Fries über derselben 2 leere Wappenschilde, 17. Jahrb. Die Pforte führt zu einem geräumigen Zimmer mit spätgotischer Holzdecke(Masswerk) und hübscher steinerner Fensterarchitektur. Seitlich des Fenstergewändes oben ein mit Laubwerk bewachsener Menschenkopf(wilder Mann) als Stütze für ein spätgotisches, mit Helm versehenes Wappen(Salmann).

25. Wirtshausarm aus Schmiedeeisen, mit Fruchtgehängen verziert, daran das Wirtschaftsschild mit dem gemalten Bild einer Eichel(vergl. Schaab I. 462Zur Eichel). 2. Hälfte des 18. Jahrh.

26. An der neu errichteten Fassade ein älteres, grosses, steinernes Standbild der hl. Margaretaf mit dem Drachen, den sie zierlich an goldner Kette hält; das Gewand ist reich mit Stickereien verziert. Am Arme und Hals kostbarer Kettenschmuck. Die zierlich über die linke Schulter gezogene Locke ist charakte- ristisch für diese Zeit, ebenso vielleicht für den noch unbekannten Meister die fast rechtwinklig nach oben gezogenen Augenlider (vergl. die Himmelfahrt Mariä ehemals am Hause Greben- strasse Nr. 20, Abbild. Tfl. XVI; diese Figur ist jetzt in Privatbesitz; Photographie in der Sammlung der städtischen Gem.-Galerie). Die Nische, durch den Umbau der Fassade teil- weise verändert, ist architektonisch reicher gegliedert; am Sockel der Figur und in der Wölbung der Nische reiches Rokokoornament.