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taͤute. Dieſe Poeſie bluͤhte vorzuͤglich zu den Zeiten der Hohenſtaufen, am Schoͤnſten unter dem ſuͤdlichen Himmel, ihrem Geburtslande:»wo die Ci⸗ „tronen bluͤh'n, und die Goldorangen gluͤh'n.« Bisweilen wurden auch Wett⸗ kaͤmpfe der Kunſt angeſtellt, wie z. B. auf der Wartburg bei Eiſenach, wo Veldeck, Eſchenbach und Ofterdingen ſangen. Manche dieſer Lieder ſind auf im⸗ mer verhallt; nur wenige aus der großen Zahl haben das Gluͤck gehabt, gleich den feſten Werken der Baukunſt, als Zeugen ihrer Zeit auf die Nachwelt zu kom⸗ men.— Die Schweſter der Poeſie, die Tonkunſt, konnte im Mittelalter nicht die Pracht und den Reichthum der neuern Muſik erreichen, bei welcher Letzteren die Entwickelung vollkommener Harmonie durch die Ausbildung der mannig⸗ fachen Inſtrumente befoͤrdert wird; ſie hatte aber auch keinen ſo weltlichen Cha⸗ rakter, als die neuere Muſik, ſondern diente mehr dem Heiligen. Durch Ernſt und Wuͤrde zeichnete ſich der Kirchengeſang(Chorah) aus, und gewann noch mehr an Feierlichkeit und Erhebung durch die Orgel, deren Gebrauch im vier⸗ zehnten Jahrhundert allgemeiner wurde.
Aus dem bisher Geſagten laͤßt ſich erkennen, daß der Culturzuſtand des Mittelalters wohl in einigen Kuͤnſten einen erfreulichen Anblick gewaͤhrt, keines⸗ wegs aber in der Wiſſenſchaft, in den Geſetzen und der Juſtizverfaſſung den Geiſt befriedigt. Wie wir aber den Keim zu einem beſſeren Zuſtande in der Einfuͤhrung des roͤmiſchen und kanoniſchen Rechtes, und vorzuͤglich in der buͤr⸗ gerlichen Verfaſſung der Staͤdte finden: ſo ſehen wir auch den menſchlichen Geiſt durch einige Erfindungen und Entdeckungen ſeine Kraft entwickeln und eine neue Zeit vorbereiten.
Die Haupturſachen, welche eine Weltveraͤnderung bewirkten, waren das Schießpulver, die Buchdruckerkunſt und der Kompaß, von welchen beſonders die zweite Erfindung auf die Cultur des menſchlichen Geiſtes und die Verbeſſerung des geſellſchaftlichen Zuſtandes den groͤßten Einfluß aͤußerte.


