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Segen uͤber ganz Europa, welches ſie zu einem Gemeinweſen machten, und fuͤhr⸗ ten die Menſchheit einer vollkommneren Rechtsverfaſſung entgegen.
Vor den Zeiten der Kreuzzuͤge litten auch die Staͤdte viel von dem Ueber⸗ muthe weltlicher Ariſtokraten; von den Koͤnigen hingegen wurden ſie darum be⸗ guͤnſtigt, weil ſie ſich als eine kraͤftige Gegenmacht gegen die unruhigen, wider⸗ ſpaͤnſtigen Vaſallen benutzen ließen. Als in der Folge, beſonders durch die Kreuzzuͤge, Gewerbe und Handel und dadurch der Reichthum der Staͤdte wuchs; als die Bevoͤlkerung zunahm; erhob ſich auch der Muth dieſer freien Maͤnner. Je fehdeluſtiger und raubſuͤchtiger die Ritter, je uͤbermuͤthiger Adel und Geiſt⸗ lichkeit wurden; deſto enger ſchloſſen ſich die Stadtgemeinden an einander, deſto kraͤftiger wurden ihre Verbindungen. Im frohen Gefuͤhl ihrer innern Staͤrke und des Schutzes der Koͤnige ſich erfreuend bildeten ſie unter Obrigkeiten, die ſie ſelbſt gewaͤhlt hatten, ihre Verfaſſung immer beſſer aus, ſicherten Eigenthum und perſoͤnliche Freiheit im Innern und nach Außen, beſtimmten ſelbſt ihre Ab⸗ gaben und Auflagen. Nach dem allgemeinen Charakter des Mittelalters, welches die Corporationen liebte, traten die Genoſſen einer Kunſt oder eines Gewerbes in engere Verbindungen, in Zuͤnfte, Gilden, Innungen zuſammen, und auch hier gab es verſchiedene Grade bis zur Meiſterſchaft, wie bei den Rittern.
Unter den großen Staͤdtevereinen des Mittelalters erwaͤhnen wir hier be⸗ ſonders des lombardiſchen, des rheiniſchen und des Hanſa⸗Bundes Von dem lombardiſchen Staͤdtebunde ſtroͤmte neues Leben, neuer Verkehr aus, nicht uͤber Italien allein, ſondern uͤber Europa. Vorzuͤglich erhoben ſich durch ihren Handel Venedig, Piſa, Genua. Bei den Staͤdten der Lombardei ſehen wir das frohe Schauſpiel des oͤffentlichen Lebens, wie es die Republiken des Alterthums gewaͤhren; von ihnen aus verbreiteten ſich die erſten Strahlen
eines neuen Tages fuͤr Kuͤnſte und Wiſſenſchaften. 4


