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europaͤiſchen Sprachen, namentlich in der engliſchen und italieniſchen, ſollte es
in groͤßern Bildungsanſtalten wenigſtens an Gelegenheit nicht fehlen, wenn
auch dieſelben nicht in den oͤffentlichen Unterricht koͤnnen aufgenommen werden⸗ Nun von den wiſſenſchaftlichen Gegenſtaͤnden.
B.
Die Wiſſenſchaften beziehen ſich entweder auf das Reich der Freiheit, oder das der Nothwendigkeit, oder auf beide zugleich.
Zum Reiche der Freiheit gehoͤrt der Menſch als moraliſches Weſen, zum Reiche der Nothwendigkeit die Natur und alles Meßbare, auch der Menſch als Sinnenweſen, zu beiden Reichen die Menſchheit in ihrer Entwickelung. Es kann hier nicht unſer Zweck ſeyn, uͤber alle Zweige des wiſſenſchaftlichen Unterrichts und uͤber die Lehrmethode ausfuͤhrlich zu reden. Nur Andeutun⸗ gen und Hinweiſung auf das Wichtigſte und Weſentliche ſind im Plane dieſer
Schrift. Die vorzuͤglichſten Lehrgegenſtaͤnde an unſern oͤffentlichen Anſtalten, auf welche wir uns hier verbreiten wollen, ſind nach obiger Eintheilung: Mo⸗ ral und Religionslehre, Mathematik und Naturkunde, Geſchichte mit ihren Huͤlfswiſſenſchaften, endlich Geſchmacksbildung, als Uebergang der wiſſenſchaft⸗ lichen Theorie zu den Kuͤnſten. Die Philoſophie, inſofern ſie fuͤr unſere Gymnaſien ein noͤthiger Zweig des Unterrichts iſt, kann als Einleitung in die Moral und Religionslehre, oder als Theil der Naturlehre des Menſchen(pſy⸗ chiſche Anthropologie) oder als Geſchichte der wichtigſten philoſophiſchen Syſteme behandelt werden.
Was die Religionslehre und die Moral betrifft, ſo haben die Schulen ei⸗ nen großen Vorſprung, wo ein allgemeiner Religionsunterricht ohne Unter⸗ ſchied der Confeſſion von den Lehrern ertheilt wird, und der confeſſionelle den Pfarrern uͤberlaſſen bleibt. Die Schuͤler werden dadurch auf das Weſentliche in allen Religionen und beſonders auf die Grundſaͤtze einer allgemeinen Moral
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