Das 18te Jahrhundert war fruchtbar an paͤdagogiſchen, wie an philoſophi⸗ ſchen Syſtemen, und das(gte ſcheint nicht hinter ihm zuruͤckbleiben zu wollen. Maͤnner von Geiſt und Willenskraft wirkten bedeutend durch Reden und Schriften auf ihre Zeit und auf die Nachwelt. Um ſie herum verſammelte ſich ein Kreis von glaͤubigen Juͤngern; es bildeten ſich Parteien und Schulen, die ihre eignen Verdienſte zu hoch, jene der Gegner zu niedrig anſchlugen, ihre eignen Fehler uͤberſahen, und die der Gegenpartei heftig tadelten. Alle hat⸗ ten denſelben Zweck, durch einen beſſern Unterricht und eine nach feſten Grund⸗ ſatzen geleitere Erziehung zur Veredlung der Menſchheit zu wirken; uͤber die beſten Mittel zum Zwecke waren ſie oft im Streite; jede Schule hielt ihren Weg, wo nicht fuͤr den leichteſten, doch fuͤr den ſicherſten zum Ziele. Fuͤr den ruhigen, aufmerkſamen Beobachter iſt auch der Kampf der Meinun gen lehrreich, und es freut ihn zu bemerken, wie durch die literariſchen Fehden der paͤdagogifchen Schulen oft der Einſeitigkeit dieſer oder jener Partei ent⸗ gegengewirkt wurde.— In Deutſchland erſchien gegen das Ende des 17ten Jahrhunderts ein milder, freundlicher Stern am paͤdagogiſchen Himmel.
Ein Schuͤler des edeln Spener, Auguſt Hermann Franke(geb. 1663 † 1727.) trat zuerſt auf mit dem Eifer und der Kraft der religioͤſen Begeiſterung. Gottſeligkeit war ihm das Ziel der Erziehung, die Bibel das beſte Er⸗ ziehungsbuch. Fuͤr den Unterricht empfahl er von den Sprachen vorzuͤglich


