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nahm zugleich die daraus erwachſenden Koſten auf die Staatskaſſe, nachdem die Gemeindevorſtände mit Ausnahme von Wiesbaden die Uebernahme der Druckkoſten abgelehnt hatten. Realoberlehrer Ulrich verfaßte das erſte Programm der Realſchule, das mit denen der oben⸗ genannten Anſtalten Oſtern 1867 erſchien.
Mit der Einverleibung des Herzogtums Naſſau in Preußen war aber auch die Frage brennend geworden, was aus den naſſauiſchen Realſchulen werden ſollte, die in den Rahmen des preußiſchen Schul⸗ weſens ſich nicht einfügten. Die Regierung ſtellte daher durch eine Ver⸗ fügung vom 12. März 1867 die Frage zur Erwägung, ob nicht die naſſauiſchen Realſchulen überhaupt in die Kategorie der preußiſchen höheren Lehranſtalten einzuordnen ſeien. Zur Beratung dieſer An⸗ gelegenheit wurde auf dem Kgl. Amt unter dem Vorſitz des Amtmanns eine Sitzung abgehalten, an der außerdem die Mitglieder des Ortsvor⸗ ſtandes, des Realſchulvorſtandes, der Pfarrer und der Realoberlehrer teilnahmen; hier wurde die Erweiterung der Realſchule zu einer „höheren Bürgerſchule“(jetzt Realſchule) ins Auge gefaßt. Aber bis zur Ausführung des Planes war noch ein weiter Weg. Nachdem der Realoberlehrer Ulrich einen mutmaßlichen Etat für die zukünftige Schule aufgeſtellt und nach Beratungen mit einer Kommiſſion des Ge⸗ meinderats ein Statut für dieſelbe entworfen und einen ausführlichen Bericht über die Angelegenheit erſtattet hatte, ließ man mit Rückſicht auf die Mehrkoſten den ganzen Plan fallen. Doch benutzte Ulrich die Gelegenheit, um wenigſtens die Erweiterung der Schule zu einer vier⸗ klaſſigen durchzuſetzen; er hatte auch wirklich die Genugtuung, ſeine dahin zielenden Beſtrebungen von Erfolg gekrönt zu ſehen, indem Oſtern 1869 nach Berufung eines weiteren Reallehrers(Heinr. Bock⸗ horſt und nach deſſen Verſetzung nach Oberurſel im Herbſt 1869, Dr. Schaab) die vierklaſſige Realſchule ins Leben treten konnte.
Ein großer und empfindlicher Mißſtand aber beſtand für die Schule immer noch in den mangelhaften Räumlichkeiten. Schon bald begannen daher auch Verhandlungen über eine Verlegung in ein anderes Lokal; dieſe zogen ſich aber durch viele Jahre hin, und erſt als im Jahre 1874 die Stadt das alte Rathaus, worin ſich die Schule befand, verkauft und das jetzige erworben hatte, konnte die Anſtalt im Frühjahr 1875 die ihr in dem neuen Rathaus überlaſſenen Räume beziehen. Sie beſtanden in vier Klaſſenzimmern, einem Bibliothekszimmer, einem Konferenz⸗ zimmer, das zugleich vorläufig als Aufenthaltsort für die Mädchen diente, und einem Zimmerchen für den chemiſchen Apparat; außerdem hatte der Dirigent darin ſeine Wohnung.
Die Trennung der Mädchenſchule von der Realſchule wurde ſchon im Jahre 1869 gelegentlich einer Reviſion durch den Regierungs⸗ Referenten angeregt, weil ſie weder den Intereſſen des Unterrichts


