Aufsatz 
Die Realschule in Höchst a.M. von 1817-1884 / von Philipp Hafner
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Realſchulkandidat J. Müller zum zweiten Reallehrer ernannt, jener mit 500, dieſer mit 400 fl. Gehalt. Durch dieſe Maßregel wurde nicht nur die ſtörende Konkurrenz des Eichhoffſchen Inſtituts beſeitigt und dem auf die Dauer unhaltbaren Zuſtand des Unterrichts von 3 Abtei⸗ lungen in einer Klaſſe ein Ende gemacht, ſondern auch die Schülerzahl vermehrt, indem die 13 Schüler des Privatinſtituts in die Realſchule übertraten, die dadurch auf die Zahl von 44 Schülern kam. Das Schul⸗ geld von 10 fl. jährlich wurde beibehalten, für die Latiniſten jedoch auf 20 fl. feſtgeſetzt.(1849 auf 10 fl. ermäßigt.) ¹)

Dieſe neue Organiſation ſollte mit dem 1. Juni in Kraft treten. Da aber die dafür erforderlichen Räumlichkeiten im Rathauſe erſt her⸗ geſtellt werden mußten, ſo wurden von dem Realſchullehrer Eichhoff die Lehrzimmer in ſeiner Wohnung gegen eine Miete zur Verfügung ge⸗ ſtellt, nach deren Einrichtung der Unterricht am 6. Juli 1846 nach dem neuen Lehrplan begonnen wurde; am 1. September konnten dann die neuen Lehrzimmer im Rathaus in Gebrauch genommen werden. Außer den beiden Reallehrern unterrichteten an der Anſtalt der evangeliſche Kaplan Conradi und 3 Elementarlehrer; der konfeſſionelle Religions⸗ unterricht wurde von den Kaplänen der beiden Konfeſſionen unentgelt⸗ lich erteilt. Von Auguſt 1846 bis zum 1. Juli 1847 war auch der Sprachlehrer Ignatz Mathis aus Düttenhofen bei Straßburg mit Unterricht in der franzöſiſchen Konverſation an der Anſtalt beauftragt; er war aber der deutſchen Sprache nicht ganz mächtig und hatte in⸗ folgedeſſen mit erheblichen Schwierigkeiten zu kämpfen.

Als im November 1850 der Reallehrer Müller aus dem Dienſt entlaſſen wurde, konnte ſeine Stelle wegen Mangels an geeigneten Kräften nicht ſogleich beſetzt werden; erſt im Mai des folgenden Jahres fand er in der Perſon des Realſchulkandidaten Guſtav Chun einen Nachfolger.

Im Sommer 1852 erfuhr die Realſchule eine fernere Erweite⸗ rung durch Hinzufügung einer dritten Klaſſe, wobei jedoch die zweite und dritte Klaſſe in mehreren Unterrichtsfächern vereinigt blieben, ſodaß die Berufung eines dritten Reallehrers nicht notwendig wurde. Auch ſank die Schülerzahl, die im Sommer 1852 ſich auf 54 belaufen hatte, ſchon in den nächſten Semeſtern auf 49, 42, 32, 27 und zuletzt im Winterhalbjahr 1855 auf 18 herab, ſodaß wieder nur in zwei Klaſſen unterrichtet wurde. Dasſelbe unerfreuliche Bild bot das Lehrer⸗ kollegium. Im Winterhalbjahr 1853/54 ging der proviſoriſche Real⸗

¹) Um auch ſolchen Schülern, die nicht ſtudieren, ſondern ſich nur für das Realgymnaſium vorbereiten wollten, den Beſuch der Anſtalt zu ermög⸗ lichen, wurde geſtattet, daß dieſelben an 3 Lateinſtunden der 2. Latiniſtenklaſſe teilnehmen könnten.