Die Realſchule 6 Höchit a. III.
von 1817—1884.
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Oſtern d. Is. werden es 25 Jahre, ſeit das hieſige Gymnaſium nebſt Realſchule zunächſt als Realprogymnaſium mit der Sexta ins Leben trat. Dieſe Anſtalt kann aber nicht als eine ganz neue angeſehen werden, ſie ging vielmehr durch Umgeſtaltung und Erweiterung aus einer ſchon ſeit Jahrzehnten beſtehenden Realſchule naſſauiſcher Form hervor.
Die Geſchichte dieſer früheren Realſchule ſoll der Gegenſtand der folgenden Zeilen ſein. Zwar waren ja die Verhältniſſe dieſer Schule äußerſt einfach, und man könnte nicht ohne Grund im Zweifel dar⸗ über ſein, ob es ſich überhaupt verlohne, ſich näher damit zu befaſſen. Indeſſen erſcheint doch die Darſtellung ihrer Entwicklung und Ver⸗ faſſung nicht nur als ein nicht unintereſſantes Stück naſſauiſcher Schul⸗ geſchichte, ſondern ſie gewährt auch einen Blick auf den ganz außer⸗ gewöhnlichen Aufſchwung, den die Stadt Höchſt a. M. im letzten halben Jahrhundert genommen hat. Zum Beweiſe dafür genügt wohl der Hinweis darauf, daß die Stadt, die heute ein Gymnaſium mit 230, eine Realſchule mit 220, eine Vorſchule mit ca. 100 Schülern mit einem Geſamtetat von etwa 150,000 Mark unterhält, im Jahre 1838 ſich außerſtande erklärte, auch nur 800 Gulden für eine einklaſſige Real⸗ ſchule aufzubringen.
So mögen denn dieſe Zeilen zugleich dazu dienen, in meinen Mitbürgern die Freude an der Blüte ihres Gemeinweſens zu erhöhen, indem ſie dieſelben zu einem Vergleiche von heute und ehedem einladen.


